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Studienreise Spanien 2012 (4ab)

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Nach dem kurzen Flug von Basel nach Madrid reichte es am Samstagnachmittag noch für eine kurze Besichtigung der Hauptstadt. Der ausgedehnte Spaziergang führte uns durch das Latina-Viertel zum Palacio Real, dann weiter zur Plaza España und über die Plaza Mayor zur Puerta del Sol (inklusive Shopping-Eskapade). An den Menschenmengen der Calle Preciados vorbei gelangten wir zur Gran Vía bis zur legendären Cibeles und schliesslich den Paseo del Prado hinunter.
Todmüde kamen wir zum Bahnhof Atocha. Dort rannten wir auf den Schnellzug, der uns nach Sevilla brachte. Wir waren überrascht über die Strenge der Sicherheitskontrolle. Als wir endlich im Zug sassen, genossen wir die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft von Castilla-La Mancha und Andalusiens.
In Sevilla angekommen, mussten wir Taxis zur Herberge nehmen. Wir kamen uns vor wie in einem Autorennen, mit 80 Stundenkilometern bretterten wir über die Boulevards der Stadt. Danach quartierten wir uns in der Herberge ein und gingen im Quartier einheimisch essen, die Restaurantbesitzer bekundeten eine helle Freude über so viele Gäste. Völlig erschöpft fielen wir spätabends ins Bett.

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Am Sonntag stand Kultur pur auf dem Programm: Nach dem Frühstück gingen wir durch den wunderschönen Parque de María Luisa mit Pfauen und Brunnen an die Plaza de España und schauten das wunderschöne Gebäude mit den Brücken und Verzierungen an, welche uns mit ihrer Mischung aus Renaissance- und Barockelementen entzückten. Danach liefen wir zur Real Maestranza, der Stierkampfarena, wo wir eine sehr interessante Führung hatten. Wir lernten die strikten Regeln eines Stierkampfes kennen und sahen die berühmtesten Toreros, Banderilleros, Picadores und Toros. Danach assen wir zu Mittag und gingen in die sehr schöne Kathedrale mit der maurischen Giralda, von der aus wir eine traumhafte Aussicht über Sevilla genossen. Auch der Real Alcázar mit seinen Gärten gab uns einen schönen Einblick in das arabische Architekturerbe Andalusiens. Nach einem kurzen Abendessen wartete das Flamenco Museum Sevillas auf uns, mit einer eindrücklichen Tanzshow. Die Gitarren- und Gesangsbegleitung war wunderschön und die Tanzschritte atemberaubend. Schliesslich kamen wir erneut mit schmerzenden Füssen in die Herberge zurück und gingen schlafen. Was für ein Tag!

Simone R. und Hélène M.

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Der Montag war unser letzter ganzer Tag in Sevilla. Wir starteten mit einem gemächlichen Spaziergang durch das Barrio de Triana, einem der ärmeren Viertel Sevillas, das historisch durchaus Affinitäten mit unserem „Glaibasel“ aufweist. Wir betrachteten die eigenartigen, farbenfrohen Gebäude und genossen es, einmal nicht von anderen Touristen umschwemmt zu sein. Nach einem längeren Spaziergang entlang des Guadalquivir besichtigten wir das Archivo de Indias, ein geschichtsträchtiges Renaissancegebäude im Herzen Sevillas. Wir erfuhren, dass es für sehr verschiedene Dinge genutzt wurde und seit Ende des 18. Jahrhunderts zur Aufbewahrung sämtlicher Dokumente der spanischen Verwaltung für die Neue Welt dient. So werden unter anderem eine von Bartolomé de las Casas angefertigte Kopie von Christoph Kolumbus’ Reisetagebuch in diesem Archiv aufbewahrt, ebenso die Päpstliche Bulle Inter Caetera von Alexander VI, die dazu führte, dass Spanien fast ganz Lateinamerika zu Ungunsten Portugals zugesprochen bekam. Auf den Stufen, die zum Eingang des Archivos führen, lauschten wir Isabels Vortrag über das Zusammenleben der drei monotheistischen Kulturen in Spanien. Auf der Plaza Nueva, nunmehr ein Referenzpunkt für unsere Treffen, präsentierten uns Simone und Hélène das wohl traditionsgeprägteste Warenhaus Spaniens, das Corte Inglés. Julias Vortrag brachte einen weiteren sehr spannenden Input: Sie zeigte uns, wie die in Kastilien gesprochene Varietät des Lateinischen sich schliesslich zur spanischen Nationalsprache durchrang, welchen Platz das Spanische heute in der Welt einnimmt und welche anderen Sprachen auf der Halbinsel gesprochen werden. Nach einer fröhlichen Shoppingrunde am Nachmittag trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen in einem relativ engen Gässlein in einer eher touristisch geprägten Umgebung.

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Unser Dienstag stand unter dem Motto „on the road“, da wir mit einem gemieteten Bus von Sevilla über Itálica und Córdoba nach Granada fuhren. Der Bus war eher ein Büslein, wir konnten nicht einmal das ganze Gepäck im Kofferraum verstauen. Nach den anstrengenden Tagen in Sevilla genossen wir es sehr, einfach ein bisschen aus dem Fenster schauen zu können und die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Unser erster Halt war Itálica, eine von Scipio dem Afrikaner im 3 Jh. vor Christus gegründete Stadt, die unter anderem zwei Kaiser – Trajan und Hadrian – hervorbrachte und immerhin das drittgrösste Amphiteater der römischen Welt mit einer Länge von 160 m und einer Kapazität von 25'000 Zuschauern aufwies. Leider ist nicht mehr viel Bausubstanz übrig, doch man erahnt die Wichtigkeit dieser Stadt in ihrer Zeit. Der geplante Besuch von Gemasolar, dem weltgrössten Solarkraftwerk, fiel leider ins Wasser, da sich der Busfahrer – zu Herrn Pombos grossem Ärgernis – total verfuhr und uns fast eine Stunde über Stock und Stein durch die andalusische Pampa (oder so) kutschierte.
Der Besuch der Mezquita Catedral in Córdoba war sehr eindrücklich, vor allem wenn man sich vorstellt, dass dieses Bauwerk früher noch viel grösser war. Carlotta, die ihre Studienarbeit der Geschichte Córdobas gewidmet hatte, informierte uns in einer Schnellbleiche über die Schicksale, die sich in den letzten Jahrhunderten rund um das Gotteshaus abgespielt haben. Bis zur Weiterfahrt hatten wir noch etwas Zeit für uns, viele deckten sich mit Brötchen, Snacks und Wasser für die Fahrt, aber auch mit Znüni und Zvieri für die folgenden Tage ein. Einen Zwischenhalt machten wir noch im sehr pittoresken, umfunktionierten Bahnhof von Luque, wo unsere Lehrer ihren Ärger über Gemasolar mit einem Sherry herunterspülen konnten. Salud!
In Granada angekommen erfreuten wir uns über die sehr zentrale Lage unseres Hostels. Als wir unsere Zimmer sahen, machten viele fast Freudensprünge, da insbesondere die Badezimmer sehr neu renoviert waren und die Dusche förmlich einlud. Wir assen im Schatten der Alhambra zu Abend, einmal mehr sehr grosse Portionen und sehr feines Essen.

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Am Mittwochmorgen stand der Besuch des Monasterio de Nuestra Señora de la Asunción, ein Höhepunkt des Barock in Andalusien, auf dem Programm. Wir verbrachten fast eine Stunde in diesen Räumen, es wurden viele Fragen zum Leben der Mönche gestellt und die wertvolle Gemäldesammlung von Malern wie Sánchez Cotán und Bocanegra an den Wänden bis ins Detail inspiziert. Natürlich war die Sakristei, die als das Meisterwerk des spanischen Hochbarocks gilt, der Augenfänger par excellence.
Nachdem wir eine Viertelstunde vergebens auf den Bus gewartet hatten, liefen wir nochmals eine Dreiviertelstunde zur Capilla Real. In dieser Kapelle bestaunten wir die prächtig verzierten Mausoleen von Fernando II de Aragón und Isabel I de Castilla (los Reyes Católicos), Juana I de Castilla „la Loca“ und Felipe el Hermoso sowie deren verstorbenen zweieinhalbjährigen Sohn. Die gotische Kapelle ist äusserst schön und filigran geschmückt und bei genauem hinsehen entdeckt man enorm viele versteckte Details.
Nach einer kurzen Verpflegungspause hatten wir unseren Alhambra-Besuch geplant, der zu einer kleinen Hetzerei ausartete. Als wir endlich den richtigen Eingang gefunden hatten, konnte der Rundgang losgehen. Je weiter wir in das Innere dieses Palastkomplexes vordrangen, desto klarer wurde uns, was das Motto dieses Gebäudes ist: Je weiter man ins Innere der Alhambra vorstösst, auf umso schönere, feinere und reichere Verzierungen und Fresken stösst man. Als wir im Generalife – den Palastgärten – ankamen, begann es, in Strömen zu regnen. Wir setzten uns auf ein gedecktes Bänklein, auf dem wir dann eine Lagebesprechung abhielten. Wir kamen zum Entschluss, dass es wenig sinnvoll war, das Programm weiter wie geplant durchzuziehen, weil es auch stark abgekühlt hatte und niemand Lust hatte, in nassen Kleidern eine Verkühlung einzufangen. Wir trafen uns also nach einem Ruhe- resp. Shoppingnachmittag wieder getrocknet und ausgeruht in der Lobby des Hostels, wo Annina ihren Vortrag über spanisches Essen hielt, wobei viele interessante Aspekte aufkamen, wie die enorme regionale Verschiedenheit, die zunehmende „Europäisierung“ der Essenszeiten und -Gewohnheiten sowie der populäre Ursprung heutiger „Nationalgerichte“ wie Paella oder Tapas. Anschliessend gab es zur Veranschaulichung ein reichhaltiges Paella-Menu im Hotelrestautrant. Für viele war es das erste Mal, dass sie diese typisch spanische Speise probierten, es schmeckte aber eigentlich allen.

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Donnerstag war für die verbleibenden Sehenswürdigkeiten Granadas und die Weiterreise nach Málaga reserviert. Am Morgen führte uns ein Spaziergang auf den Albaycín zum Museo Etnográfico (de los gitanos) Sacromonte, einem Freilichtmuseum, welches den Besuchern auf sehr plastische Art und Weise das Leben der Fahrenden näherbringt. Man sieht zum Beispiel die Höhlen, die den Menschen früher ein Dach über dem Kopf gaben. Leider begann es wieder zu regnen und wir mussten unsere Tour im Nassen fortsetzen. Wir konnten nochmals die Alhambra vom Mirador de San Nicolás aus der Distanz in ihrer vollen Pracht bewundern, was zuzüglich des Regens sicher ein sehr seltenes Bild ist. Wieder unten im Zentrum angekommen, begaben wir uns auf einen schnellen Rundgang durch die eindrückliche Kathedrale, die durch ihre Höhe, Helligkeit und die weisse Farbe beeindruckt. Nach dem eher italienischen Mittagessen hatten wir noch etwas Freizeit und trafen uns dann beim Hotel, von wo aus wir per Stadtbus zum Busbahnhof fuhren und von dort aus mit einem sehr komfortablen Überlandbus nach Málaga.
In Málaga angekommen richteten wir uns so gut wie möglich im (leider relativ engen) Zimmer ein und nahmen das verdiente Abendessen ein. Dieses verbrannten wir mit einer nächtlichen Irrfahrt durch die Randquartiere Málagas unter der nicht immer zielsicheren Leitung Herrn Pombos.

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Am Freitag stand zuerst der Besuch des Museo Picasso an. Zora hielt ihre Präsentation im Innenhof mit einem Regenvorhang im Hintergrund. Der Besuch war sehr interessant, wir konnten die Gemälde relativ frei besichtigen, was nach den ganzen Führungen an den Tagen zuvor sehr angenehm war. Auf viele wirkte die Dichte dieser weltberühmten Kunstwerke auch ohne fachkundige Erklärungen sehr eindrücklich.
Nach dem Museumsbesuch verabschiedeten wir uns von Zora, Chiara, Carlotta und Isabel, da sie schon ein Tag vor uns die Heimreise antraten. Herr Pombo begleitete die vier an den Flughafen und die anderen – ausser Herr O’Leary – nutzten die Gelegenheit und stürzten sich in ein Shoppingcenter.
Nach dem gemeinsamen Besuch der Kathedrale von Málaga führte uns Herr O’Leary zu einem Lokal am Fusse der Alcazaba und neben der römischen Ausgrabungsstätte, in welchem wir ein letztes Mal zusammen zu Abend assen

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Auch für den Samstag hatte Herr Pombo ein letztes kulturelles Happening geplant, nämlich den Besuch der Alcazaba und des Castillo de Gibralfaro. Anschliessend spazierten wir an den Strand, wo wir einige Fotos machten und dann in einem kleinen Restaurant zu Mittag assen. Leider konnten wir nicht ins Meer, das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnnung. Der Rückflug verlief bis auf die 50-minütige Verspätung nennungslos. In Basel verabschiedeten wir uns, die Köpfe voll von Erinnerungen an diese tolle Woche.

Annina von Falkenstein, 4b