Wien 2012, 4CD

Bericht der Studienreise

Sonntag, 23.09.2012

Wir machten uns früh morgens um 7 Uhr auf die Reise, auf welche schon alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 4C und 4D lange Wochen im Voraus gewartet hatten: die Studienreise nach Wien!
Entsprechend der Vorfreude waren abgesehen von den Morgenmuffeln alle Schülerinnen und Schüler trotz der Frühe gut gelaunt. Zuerst fuhren wir mit dem Schnellzug nach Zürich, wo sich die meisten am Hauptbahnhof Verpflegung für die fast 9-stündige Zugsfahrt kauften und wo wir dann um 08:30 Uhr auf unseren Direktzug nach Wien umsteigen konnten.
Nachdem alle ihre Koffer verstaut und die Sitzplätze im Direktzug belegt hatten, fuhren wir los. Während der Fahrt wurde geredet, gelacht,  wurden Spiele gespielt und für die anstehenden Vorträge, welche wir in Wien halten mussten, geübt. Die neun Stunden Anfahrt verflogen ziemlich schnell und verliefen ohne jegliche Zwischenfälle. Als wir dann endlich in Wien eintrafen und aussteigen konnten, waren aber doch alle sehr froh, ihre Beine endlich wieder richtig bewegen zu können und sich im Hotel einzurichten. Unser Hotel erreichten wir schnell und ohne Komplikationen mit der U-Bahn. Es liegt im 17. Bezirk und trägt den Namen Hotel Geblergasse. Wir waren alle sehr froh, als wir unsere Zimmer sahen. Die Räume waren recht grosszügig und alles war gut eingerichtet und geputzt.
Nach einer kurzen Einrichtungspause machten wir, die Klasse 4C, uns  um 19 Uhr zu Fuss auf den Weg zum für den ersten Abend vorgesehenen Restaurant namens  12. Apostel Keller. Wir waren alle begeistert von diesem über mehrere Etagen im Keller liegenden Restaurant. Es war rustikal und gemütlich eingerichtet, die Wände bestanden aus dunklen Backsteinen und es wurde leise Instrumentalmusik gespielt. Die Auswahl der Speisekarte war typisch wienerisch und dementsprechend schafften es die meisten, schon am ersten Abend in die wienerische Welt einzutauchen. 
Dennoch waren wir froh, als wir nach dem gelungenen Abendessen in unser Hotel zurückkehren und uns mit genügend Schlaf auf das Programm für den nächsten Tag vorbereiten konnten.  (Miljana)
 

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Montag, 24.09.2012

Der Tag begann erst um 9 Uhr, mit der Absicht, dass alle für den richtigen Start in die Studienreise viel Energie und Schlaf tanken konnten. Das erste Ziel auf dem Programm war eine Führung durch den Stephansdom auf dem Stephansplatz. Der Bau der Kirche mit ihrem Untergrundsystem war sehr eindrücklich zum Ansehen. Unser Besichtigungsführer war auf jede unserer Fragen mit einer detaillierten Antwort vorbereitet, sodass wir nach der Führung gut über die Geschichte und Architektur des Doms informiert waren.
Anschliessend durften wir das Mozarthaus besuchen, also ein Museum, welches das Apartment beinhaltet, in welchem Wolfgang Amadeus Mozart zu seiner Zeit einen Teil seines Lebens verbrachte und seine Stücke komponierte. Als wir aus dem Museum austraten, wurden einige der vorbereiteten Studienvorträge gehalten.
Für die Mittagspause bekamen alle Schüler/innen zwei Stunden Zeit, um sich individuell in kleinen Grüppchen im innersten Stadtzentrum aufzuhalten und nach Wunsch zu Mittag zu essen.
Weiter ging es danach mit einer zweistündigen Führung durch das Wiener Judenviertel.  Diese Führung enthielt etwas mehr Bewegung, da wir mehrere Judendenkmale, Strassen und auch eine Synagoge von aussen besichtigen konnten. Obwohl die Leiterin bestens auf die Besichtigung vorbereitet gewesen war und die Informationen sehr spannend waren, welche sie uns weitergeben konnte, waren viele am Ende der Führung ziemlich erleichtert, da es gegen Schluss schwer fiel, sich noch richtig zu konzentrieren, da es auch schon bald Zeit zum Abendessen war.
An diesem Abend assen alle Klassen zusammen in einem rustikalen Restaurant in der Nähe unseres Hotels. Die Speisekarte bot nicht sehr viel Auswahl, doch da alle Klassen zusammen in zwei grossen Räumen speisen konnten, wurde wieder viel gelacht und geredet.
Nach dem Abendessen hatten alle Schüler/innen und Lehrpersonen noch etwas Zeit, um ein eigenes Abendprogramm durchzuführen, da die Nachtwache noch etwas weiter entfernt lag. So trennte sich die grosse Gruppe nach dem gemeinsamen Restaurantbesuch in mehrere kleinere Grüppchen auf – manche erkundeten unser Viertel etwas genauer, andere wiederum nutzten die Zeit, um sich auszuruhen oder sich im Hotel schlafen zu legen. So endete der zweite Tag der Studienreise für jeden individuell. (Miljana)
 

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Dienstag, 25.09.2012

In den Dienstagmorgen starteten wir mit zwei interessanten Vorträgen, welche in der Hotel-Lobby vorgetragen wurden. Danach machten wir uns zu Fuss und per U-Bahn auf den Weg zum Freud-Museum. Dort konnten wir auf den Spuren des Begründers der Psychoanalyse  seinen ehemaligen Wohnsitz erkunden, wo er von 1891 bis 1938 gelebt hatte, bevor er am 4. Juni 1938 mit seiner Familie die Flucht vor den Nationalsozialisten ins englische Exil antrat.
Eine fachkundige Dame führte uns durch Freuds ehemalige Wohn- und Praxisräume, wo sie uns mit viel Charme und Wissen einen detaillierten Einblick in Freuds Leben und Werk vermittelte. Einige Räume, wie etwa das Wartezimmer, beinhalten immer noch die originalen Einrichtungsgegenstände sowie eine Auswahl aus Freuds privater Antikensammlung, Autographen und Erstausgaben seiner Werke. Unterstützt durch Fotografien, die Freud selbst sowie seine Umwelt zeigten, konnten wir uns so sehr gut in dessen Alltag und die damalige Zeit einfühlen.
Wir durften noch weitere spannende Vorträge von unseren Mitschülern hören, um danach, mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck, zu Mittag zu essen.
Den Dienstagnachmittag verbrachten wir individuell, um nach jeweiligem Belieben entweder in einem Wiener Kaffeehaus Sacher-Torte zu essen, die Stadt zu erkunden, in einer Auswahl von hunderten Geschäften das passende Souvenir zu finden oder einfach nur bei sonnigem Wetter zu entspannen.
Den Abend verbrachten wir schliesslich in einem mexikanischen Restaurant in der Nähe des Praters, wo wir den Abend bei gutem Essen ausklingen liessen. (Julia)

Mittwoch, 26.09.2012

Der Mittwoch begann mit einem Besuch des unter Denkmalschutz stehenden Hauses Wittgenstein im 3. Wiener Gemeindebezirk. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein errichtete das Haus 1925-1928 in Zusammenarbeit mit einem Architekten im Auftrag seiner Schwester. Nach Erhalt erster Informationen konnten wir das Haus, das heute als bulgarisches Kulturinstitut dient, mit all seinen aussergewöhnlichen technischen Anforderungen selbständig erkunden und bewundern. Anschliessend hörten wir zwei weitere Vorträge und assen anschliessend zu Mittag.
Am Nachmittag stand ein Ausflug zum Schloss Schönbrunn auf dem Plan, wo wir uns auf eine Zeitreise durch die kaiserlichen Räumlichkeiten begaben. Mit Audioguides spazierten wir durch das prunkvoll gebaute Schloss, welches zwischen 1628 und 1643 für die Kaiserin Eleonora Gonzaga gebaut wurde, und konnten uns so in dieses längst vergangene Zeitalter versetzen. Beeindruckt von den Gemächern von Kaiser Franz, seiner Frau Sissi und den Räumen Maria Theresias verbrachten wir noch eine Weile vor dem Schloss und fuhren dann mit der U-Bahn zurück zum Hotel. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, da wir schon bald wieder aufbrachen, um in einem kleinen, typisch wienerischen Restaurant zu essen, welches für seine „Riesenschnitzel“ bekannt ist, wobei diese Bezeichnung durchaus gerechtfertigt war. (Julia)
 

 

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Donnerstag, 27.09.2012
Donnerstag war unser letzter voller Tag in Wien und wir hatten dementsprechend ziemlich viel vor. Die erste Station war ein Besuch in einer öffentlichen Reformschule, welche von Kindern im Primarschulalter besucht wurde. Wir hatten die Möglichkeit in der Klasse zu sitzen und zuzusehen. Unter anderem gab es dort Mehrstufenklassen, wo Kinder vom ersten bis vierten Schuljahr gemeinsam unterrichtet werden und wir konnten auch einer Englischstunde beiwohnen, in der die Schüler zusammen eine „pumkin soup“ gekocht hatten. Dabei wurden viele von uns an ihre eigene Primarschulzeit zurück erinnert und die kleinen Stühle und Tische sorgten für einige Lacher. Anschliessend an den Besuch hatten wir die Möglichkeit, uns in den Räumlichkeiten des Schulhauses  die letzten beiden Vorträge anzuhören. Danach machte sich unsere Klasse auf den Weg zum Naschmarkt, an dem es viele verschiedene Essenstände und kleine Restaurants gab, in denen man sich verpflegen konnte. Zur Mittagszeit blieben einige am Naschmarkt, andere machten sich auf den Weg zu einem der berühmten Wiener Kaffeehäuser. Am Nachmittag trafen wir uns alle vor dem Leopoldmuseum im Museumsviertel, welches sich in der Nähe des Naschmarkts und des berühmten Ausstellungsortes der Secession befand. Im Museum konnten wir alle individuell die Bilder Egon Schieles und vieler anderer Künstler betrachten. Daraufhin hatten wir nochmals eine Stunde Pause, um uns anschliessend beim Stephansdom zu treffen und gemeinsam zum Prater zu gehen, wo wir dann auch die anderen Klassen treffen würden. Als wir dank der U-Bahn am Prater angekommen waren, gingen wir direkt zum Wahrzeichen Wiens: dem Riesenrad. Wir haben alle gemeinsam eine Fahrt mit dem Riesenrad gemacht, von dem man eine ausgezeichnete Sicht über den Prater und Wien hat. Da es der letzte Abend war, war uns freigestellt, was wir unternehmen durften und jeder konnte seinen eigenen Interessen folgen: Einige blieben noch eine Weile am Prater, andere gingen in die Innenstadt, um den letzten Abend zu geniessen. (Alyssa)
 

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Freitag, 28.09.2012

Den Grossteil des Freitags befanden wir uns im Zug auf dem Rückweg nach Basel. Doch der Weg dahin war alles andere als leicht, denn als wir am Freitagmorgen am Westbahnhof ankamen, erfuhren wir, dass ein Zug entgleist war und dass wir deswegen an einen anderen Bahnhof gehen mussten, um dort den Zug nach Basel zu nehmen. Dies gestaltete sich natürlich etwas umständlich bei einer Reisegruppe von drei Schulklassen und ihren Lehrpersonen, doch auch dieses Hindernis haben wir erfolgreich überwunden. Als wir dann endlich alle einen Sitzplatz im Zugwaggon ergattert hatten, waren wir erschöpft, aber zufrieden. Nun, man könnte sich eine neunstündige Zugfahrt langweilig vorstellen, Langweile stellt sich jedoch als Fremdwort heraus, wenn man mit einer so grossen Gruppe von Freunden und Schulkameraden unterwegs ist. So haben alle die letzten gemeinsamen Stunden vor den Herbstferien genossen. Die Erinnerungen an die Studienreise nach Wien werden uns allen sicherlich noch lange bleiben und zu den Dingen gehören, welche wir uns in zehn, zwanzig Jahren an Klassentreffen erzählen werden! (Alyssa)