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Berlin 2016, ehem. 3F

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Begleitung: Sabrina Lisi und Heidi König

Sonntag 25.09.2016, Anreise

Auf unserer langen Reise nach Berlin, haben wir alles Mögliche gemacht, um die Zeit so schnell wie möglich rumzukriegen. Wir haben Spiele gespielt, uns unterhalten und Pläne für die nächsten Tage geschmiedet.

Als wir nach acht Stunden Fahrt unser Ziel erreichten, deponierten wir als erstes die Koffer im Hotel und gingen gleich darauf hungergeplagt in eine Pizzeria in Berlin Kreuzberg, il Casolare. Todmüde aber hellbegeistert über die ersten Eindrücke dieser wundervollen Stadt, sanken wir in unsere Betten.

Montag 26.09.2016

Am ersten Morgen frühstückten wir gemeinsam im Halleschen Haus. Später besuchten wir den Prinzessinengarten, ein urbaner Garten in dem Obst und Gemüse angepflanzt wird, welcher sich in mitten der Grossstadt befindet. Hier fand auch der erste Vortrag zu dem Thema “Vorurteile“ statt.

Darauf besuchten wir das jüdische Museum, welches ein sehr interessantes Erlebnis war und zum Nachdenken anregte. Wir erhielten eine empfehlenswerte Führung zum Thema "Zwischen Anpassung und Selbstbestimmung: deutsche Juden im 19. Jahrhundert". Besonders die Einzigartigkeit der Architektur des Museums stach hervor und trug der bedrückenden Atmosphäre bei.

Am Nachmittag wurden wir um 14:30 Uhr von unserem Stadtführer für die Tour „alternatives Berlin“ vor dem Hostel abgeholt. Wir sind mit ihm durch die Stadt gefahren und haben uns viel Streetart angesehen, die man in Berlin an so manchen Orten findet. Von kleinen Korkmännchen in Yogaposen, welche mit Kaugummi auf Ampeln kleben, bis zu Bildern, welche die komplette Seite eines Hauses bedecken. Ob legal oder illegal, an Kreativität fehlt es den Künstlern dieser Werke nicht. Auch haben wir die besten Plätze um den Berliner Streetfood zu probieren kennengelernt und haben ein kleines, gut verstecktes Büchergeschäft besucht, welches ein Treppenhaus hat, das so über und über mit Graffiti und Plakaten versehen ist, dass man es fast als Museum bezeichnen könnte.

Über einen Teil der Geschichte von Berlin stolperten wir wortwörtlich: es sind die so genannten Stolpersteine, kleine, goldene Pflastersteine mit den Namen deren versehen, die im 2. Weltkrieg verfolgt wurden und dort ihr Leben lassen mussten. Man findet sie fast in der ganzen Stadt, manchmal nur zwei, aber zum Teil auch sechs Steine nebeneinander.

Am Abend haben wir ein Theaterstück des Berliner Ensemble besucht: „Der zerbrochene Krug“. Der Saal, in dem das Theater stattfand, war wunderschön und wir kamen uns alle ein wenig „underdressed“ vor in unseren Reisekleidern. Das Stück selbst stellte sich dann als ein wenig trocken und verstaubt heraus, aber es war eine interessante Erfahrung zu sehen, wie lange die eigene Konzentration anhält und wie authentisch man in das Gelächter des Publikums einstimmen kann, ohne den Witz selbst zu verstehen.

Dienstag 27.09.2016

Am Dienstagvormittag besuchte die Klasse das ehemalige Kunsthaus Tacheles und die private Kunstsammlung Boros. Beim ehemaligen Kunsthaus Tacheles, wo wir auch Motive der Streetart von Montag wiederentdeckten, hörten wir den Vortrag von Annina Steiger und Jennifer Boss. In ihrem Vortrag ging es darum, ob sich Multikultur mit Integration vereinbaren kann. Sie kamen zum Schluss, dass dies nur möglich sei, wenn man die Definitionen sehr streng beachtet und ihnen keinen Spielraum zur Interpretation lässt.

Die Privatsammlung Boros ist in einem alten Bunker, der von dem Künstlerpaar Boros gekauft wurde und viel Geschichte von Berlin widerspiegelt. Beim Umbau achtete man sich auch darauf, die bestehenden Zeitdokumente (Wandbeschriftungen des Schutzraums von 1942, das Bananenlogo aus der Zeit des Südfrüchtenlagers, schwarze Wände aus der Techno- und Fetischpartyzeit etc.) aufrechtzuerhalten. Diese zeitgenössische Kunstsammlung erlaubt es den Künstlern ihre Ausstellung selber herzurichten und mitzureden, sie können frei wählen, wie sie ihre Kunst präsentieren. Dies erlaubt es dem Künstler, seine Kunst über den Raum zu veranschaulichen, anders als in einem öffentlichen Museum, wo der Künstler im Raum eingeschränkt ist.

Am Dienstagnachmittag gingen wir mit der ganzen Klasse ins Museum für Kommunikation, wo wir einen Workshop zu Thema „Macht Medien“ durchführten. Wir wurden von der Dame, welche den Workshop leitete, in Gruppen aufgeteilt. In diesen Gruppen mussten wir ein Set an Fragen über die gängigen Kommunikationstechniken einer bestimmten Epoche beantworten. Anschliessend präsentierten wir die Resultate der Klasse. Leider kam das Leitelement „Macht Medien“ etwas zu kurz. Danach durften wir noch alleine durch die Ausstellung schlendern, bis wir schlussendlich das Museum wieder verliessen.

Mittwoch 28.09.2016

Am Mittwochvormittag trafen wir uns um 10:00 Uhr vor dem Gebäude, in welchem unser Workshop «Pina Bausch» stattgefunden hätte. Das «hätte» ist in diesem Satz absichtlich gewählt, da es leider nicht dazu kam, da unsere Anmeldung dafür (gleich zweimal) vergessen ging. Kurzerhand beschlossen wir, unser Nachmittagsprogramm auf den Vormittag vorzuziehen und die Ausstellung «Topografie des Terrors» zu besichtigen. Dieser eindrückliche Museumsrundgang zeigte gegen Ende der Ausstellung auch die Biografien einzelner Überlebender auf und erzählte in ihren Geschichten, wie es dazu kam, dass sie von den Nazis nicht gefunden wurden.

Da wir unser gesamtes geplantes Programm vom Mittwoch durch unglückliche Umstände am Morgen hatten, war der Nachmittag frei. Diese freie Zeit nutzten alle individuell. Einige gingen noch shoppen, andere sahen sich noch schöne Ecken der Stadt an. Zuvor gingen jedoch alle noch zum Brandenburger Tor und zum Jüdischen Denkmal, welches wir alle gerne sehen wollten.

Vor dem Abendessen hörten wir uns dann im Hostel noch die letzte Präsentation zur Studienarbeit an, bevor wir uns alle auf den Weg zum Restaurant machten. Wir gingen in einem kleinen Lokal Teigwaren essen und machten danach auf dem Weg zum Hostel noch einen Stopp bei einer Eisdiele. An diesem Abend gingen wir alle mit einem sehr vollen Bauch und schmerzenden Füssen ins Bett.

Donnerstag 29.9.2016

Da es unser letzter Morgen in Berlin war, gingen wir gemeinsam Frühstücken. Das Café hiess „What do you fancy love?“, mit grosser Auswahl an verschiedenen Esswaren. Wir alle fanden es super lecker (Es ist nur empfehlenswert!). Gut gesättigt und gut gelaunt machten wir uns auf den Weg nach Potsdam zu dem Schloss Sanssouci. Da hatten wir eine zweistündige Führung, wo wir sowohl die einzelnen Zimmer des Schlosses, als auch den Garten drum herum betrachten konnten. Die rebellische Persönlichkeit von Friedrich II. wurde uns auf diese Weise näher gebracht.

Nach der Heimkehr von Potsdam hatten wir ein freies Programm. Wer wollte, konnte zum Fernsehturm gehen, doch unsere Klasse entschied sich dazu, zu der Mall of Berlin zu gehen, uns dort zu stärken, bevor wir uns auf dem Weg zum Brandenburger Tor machten. Dabei liefen wir am Denkmal für die ermordeten Juden Europas vorbei, was äusserst eindrücklich war. Danach ging es zum Hackeschen Markt, ehe wir ins Hostel zurückkehrten.

Freitag 30.09.2016, Heimreise