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Wien 2011, 4D

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PPP-Studienreise nach Wien

Beitrag geschrieben von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 4D

Wir waren von Sonntagmittag bis Freitagabend unterwegs. Die Reise nach Wien war im Allgemeinen sehr toll. Wir haben viel erlebt, und auch die Stimmung in der Klasse war gut. Bei den Nachtessen quetschten wir uns alle an einen Tisch. Die Nachtessen haben jeweils kleine Gruppen für die ganze Klasse reserviert. Wir waren immer in anderen Restaurants und assen riesige Portionen typisches Wiener Essen wie Schnitzel (im angeblich stadtbesten Schnitzelkeller), Palatschinken, süsse Omeletten und Eiernockerl. Wir hatten es lustig und blieben lange sitzen. Auch im Ausgang blieben wir oft zusammen. Die Reise wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben!
 

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Sonntag - Anreise
Die Anreise nach Wien verlief, wenn auch hektisch, reibungslos. Die Stimmung war gut, man könnte fast schon sagen ausgelassen. Nach dem Flug mit der Nikki Air von Basel nach Wien fuhren wir nun noch mit einer S-Bahn zu unserer Jugendherberge. Diese war ein wenig gar Abseits gelegen... Nun denn, nach dem wir in dem neuen Gebäude eingecheckt hatten, welches die Rezeption innehatte, ging es dann auch gleich in das ältere Gebäude auf der anderen Seite der Schnellstrasse. Die Zimmer waren aber in Ordnung, die Strasse war später auch kein Hindernis mehr.
 

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Montag - Stephansdom, Mozarthaus und Freudmuseum


Stephansdom
Am Montagmorgen besuchten wir den Stephansdom, dem bekanntesten Wahrzeichen von Wien, und hatten eine Führung durch dessen Katakomben. Dort sahen wir Särge, in denen die Gebeine der verstorbenen Bischöfe waren. Ausserdem sahen wir grosse Räume mit den Überresten der Menschen, die an der Pest gestorben sind. Damals hatte man alle Toten in die Katakomben geworfen. Doch als diese bei der Verwesung anfingen zu stinken, wurden Verbrecher von dazumal dazu verdammt, ihnen das Fleisch von den Knochen zu schaben. Dann mussten sie die Knochen und Köpfe aufstapeln zu einer massiven Mauer. Wir fanden die Führung sehr interessant und auch ein bisschen unheimlich.

Mozarthaus
Mozart lebte tatsächlich gute drei Jahre in diesem Haus und hat dort einige seiner wichtigsten Stücke geschrieben. Wir hatten eine Führung durch das Haus, das nun in den unteren drei Etagen als Museum genutzt wird, in der obersten Etage wohnen normale Mieter. Es war sehr eindrücklich, Anekdoten aus seinem Leben, und Hintergründe seiner Biografie und seines Schaffens zu erfahren, da wir uns mit der Frage der Genialität am Beispiel Mozarts beschäftigt haben. Er war ein umstrittener Zeitgenosse, der von seinem Vater sehr unterstützt und gefördert wurde. Die Umstände seines Todes wurden nie ganz geklärt, jedoch gilt als fast hundertprozentig erwiesen, dass sein berühmter Gegenspieler Salieri ihn nicht umgebracht hat.

Freudmuseum
Am Montagnachmittag hatten wir eine zweistündige Führung im Freudhaus, in der wir viel über Sigmund Freuds Leben und sein Werk erfuhren. Besonders spannend dabei war, dass wir wirklich durch das Haus, in dem Freud gelebt hatte, gehen konnten und sein Behandlungs-, und Wartezimmer, die nahezu noch gleich eingerichtet sind, genauer betrachten konnten. Unter anderem sah man sogar sein Sofa, jedoch nicht das berühmte, da dieses in London ausgestellt wird, wohin er im letzten Lebensjahr 1939 emigriert ist. Auch interessant war, dass wir die Skulpturen, die er sammelte und einige persönliche Gegenstände, wie sein Hut, seinen Mantel oder seinen Flachmann sahen. Lustigerweise waren sie alle in einer grossen Vitrine eingeschlossen, da der Hut einmal geklaut wurde und nach einigen Jahren anonym zurückgeschickt wurde. Insgesamt begeisterte uns diese Führung sehr, da wir viel erfahren und gelernt hatten und die Museumspädagogin unser theoretisches Wissen zur Psychoanalyse erweitert hat mit den biografischen Hintergründen.

 

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Dienstag - Reformpädagogische Schule und Judenviertel


Besuch in den reformpädagogischen Mehrstufenklassen
Am zweiten Tag unserer Studienreise besuchten wir eine reformpädagogische Staatsschule, etwas ausserhalb vom Wiener Zentrum. Wir gingen in jeweils kleinen Gruppen in die verschiedenen Klassen und konnten dort vor Ort beobachten nach welchen Methoden die Kinder unterrichtet werden. Zum einen befinden sich in den einzelnen Klassen - den Mehrstufenklassen - Kinder aller vier 1.Klassen, bei uns so genannten Primarstufen, und zum anderen gibt es sehr viele Integrationsklassen. Auf diese Schule gehen hauptsächlich Migrantenkinder, Kinder aus einem gut situierten, gebildeten Umfeld, und Kinder mit Beeinträchtigungen. Das heisst, in diesen Klassen gibt es zwei bis fünf behinderte Kinder, welche die Integrationsmöglichkeit nutzten, die für beide Seiten (behinderte und nicht behinderte Kinder) Vorteile bringt. Beim Unterricht wird darauf geachtet, dass jedes Kind selbstständig den vorausgesetzten Lernstoff, so weit es möglich ist, in seinem Tempo erarbeiten kann. Dabei wird es unterstützt, wann immer es Schwierigkeiten hat. Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Unterricht den Bedürfnissen der Kinder angepasst wird. Dieser richtet sich zum einen nach dem Lehrplan, zum anderen gibt es immer wieder Lektionen, in welchen die Schüler Arbeitsaufträge erhalten und frei arbeiten können. Diese Arbeitssequenzen schulen zwar das selbstständige Arbeiten der Kinder, jedoch tritt durch das eher langsame Arbeitstempo nach unserer Einschätzung ein Arbeitsverlust auf. Dadurch werden bestimmte Themen vernachlässigt oder gar weggelassen, welche für die spätere Schulbildung von Bedeutung sein könnten. Nach unseren Hospitationen in den einzelnen Klassen gab es noch in einer einstündigen Besprechung und Reflexion ein Zusammentragen der Beobachtungen. Wir konnten das was wir in der Schule theoretisch zu Reformpädagogik gelernt haben mit den Erkenntnissen vor Ort verbinden.

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Das Judenviertel
Am Dienstagnachmittag besuchten wir das alte Judenviertel in Wien. Wir hatten eine fast zweistündige Führung, in der uns sämtliche Sehenswürdigkeiten im jüdischen Viertel gezeigt wurden. Wir erfuhren, wie die Juden in Wien lebten und auch heute immer noch leben. Zum Schluss besichtigten wir noch das jüdische Mahnmal des Holocausts auf dem Judenplatz, welches den 65'000 österreichischen getöteten Juden gedenkt. Danach durften wir noch in das jüdische Museum, sahen die Grundrisse der alten Synagoge und lernten etwas über die jüdische Geschichte. Insgesamt war die Führung ziemlich interessant, die Museumsführerin sehr engagiert und brachte uns das jüdische Leben ein Stückchen näher.
 

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Mittwoch - Schloss Schönbrunn und Kunst Haus Wien

Am Mittwochvormittag waren wir im Schloss Schönbrunn. Um 10 Uhr sind wir beim imposanten Bau angekommen und haben die Audio-Guides bekommen. Damit konnten wir dann frei in den Räumen herumlaufen und zu jedem Raum gab es einen kurzen Text, den man hören konnte. Die Säle waren sehr prunkvoll und schön, mit grossen und edlen Gemälden an den Wänden. Man erfuhr interessante Dinge über die Kaiserfamilie und das Leben im Schloss um die Jahrhundertwende, besonders viele Informationen bekamen wir zur berühmten Kaiserin Sissi. Die Führung ging ca. 30 Minuten, danach haben wir uns im Schlossgarten einen Vortrag angehört und dann auch dort in den weitläufigen Schlossgärten gepicknickt. An diesem Tag war wunderschönes Wetter und wir genossen die zeit ausserhalb der Stadt.

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Kunst Haus Wien - das Museum Hundertwasser
Das Museum zeigt einen Überblick über das Werk des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928–2000), der uns allen bekannt ist wegen seiner bunten, speziellen und originellen Häuser und der farbenfrohen Bilder. Es wurden uns Schlüsselwerke des Malers präsentiert wie auch architektonische Entwürfe und Beispiele seines ökologischen Engagements. Besonders witzig war seine Idee, ein Hochhaus grüner zu gestalten, indem auf jedem Balkon ein Baum gepflanzt wurde. Das Museum ist eine ehemalige Möbelfabrik, die nach den Entwürfen von Hundertwasser umgebaut wurde. leider war die Führung mit 2 Stunden sehr lang, auch die Museumspädagogik konnte uns nicht recht begeistern, aber die Bilder waren toll.

Am Mittwochabend konnten die Schüler selbst entscheiden, wo sie zu Abend essen wollten und so trennten sich zuerst auch ihre Wege. Später fanden sich einige auf dem Prater wieder, wo sie den Rest des Abends zusammen verbrachten und anschliessend in die Jugendherberge zurückkehrten.
 

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Donnerstag - Wittgensteinhaus und Leopoldmuseum


Das Wittgensteinhaus spaltete die Meinungen: Einige fanden das Gebäude im schlichten Bauhausstil langweilig, zu karg und schlicht eingerichtet, andere waren begeistert vom Kontrast zu den pompösen zeitgenössischen Wiener Bauten um 1930. Erbaut wurde es 1926-28 und diente als Treffpunkt für den Wiener Kreis, während des 2. Weltkrieges wurde es als Heereslazarett und später als Heimkehrstelle für Soldaten verwendet. Das Wittgensteinhaus beherbergt seit 1975 die Bulgarische Botschaft.

Leopoldmuseum
Ein riesiger Kubus inmitten des Museumsvierte,l gross majestätisch erhob sich vor uns. Im ganzen Viertel sah man Ausstellungsplakate über Egon Schiele und Gustav Klimt. Als wir das riesige Gebäude betraten, sahen wir eine schlichte, mit Marmor ausgestattete Eingangshalle.
Wie wir später erfuhren war das kein Marmor, sondern italienischer Kalkstein, welcher im ganzen Haus vorhanden war. Wir besuchten die Ausstellung „Wien um 1990“, welche vor ein paar Monaten auch im Fondation Beyeler hier in Basel zusehen war. Zu dieser Zeit gingen die beiden Museen ein Ausstellungstausch ein. Die Bilder waren eindrücklich und schön, doch einige waren für uns auch eher unzugänglich. Doch unser Führer konnte alles, bis ins kleinste Detail, erklären. Er machte auf uns einen sehr kompetenten Eindruck. In der Ausstellung waren nicht nur gemalte Bilder vorhanden, sondern auch Fotographien und Gegenstände wie z.B.ein Tisch oder Schrank der Wiener Werkstätten. Zwischendurch gab es grosse Fenster, durch welche man einen wunderschönen Ausblick auf das Museumsviertel hatte. Nach einer spannenden Führung hatten wir die Möglichkeit noch die unteren Stockwerke in eigener Regie zu besichtigen. Am Donnerstagabend wurde es den Schülern erlaubt länger fortzubleiben und am Ende des Abends kehrten alle wieder heil in ihre Betten zurück.
 

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Freitag - freier Tag zum Bummeln in der Stadt und Rückreise
Wir bekamen den Freitagvormittag frei und nutzen die Zeit für uns. Einige gingen noch einmal ins Museumsviertel in das Museum für Moderne Kunst, andere schlenderten gemütlich durch die Stadt und kauften Mitbringsel. Beliebt waren Mozartkugeln und Sachertorte.

Die Rückreise
Am Nachmittag war dann auch schon wieder die Heimreise angesagt und schweren Herzens verliessen wir Wien. Die Rückreise verlief reibungslos, jedoch landeten wir in Zürich und mussten noch einen Zug zum Bahnhof SBB in Basel nehmen. Dort verabschiedeten sich alle herzlich und gingen - mehr oder weniger müde - ihrer Wege.