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Berlin 2017, 4AEF

Sonntag 24.09.2017

Kurz vor 8 Uhr am Sonntagmorgen traf sich die Klasse 4AEF am Bahnhof SBB. Die Zugfahrt nach Berlin dauerte inklusive Umsteigen ungefähr 8 Stunden und war sehr unterhaltsam.

In Berlin angekommen, bezogen wir gleich unsere Zimmer im Hostel Pfefferbett im Bezirk Prenzlauer Berg. Anschliessend hatten wir Zeit, um zum ersten Mal auf Tuchfühlung mit der Metropole zu gehen, und wir schlenderten gruppenweise durch die Umgebung des Hostels.

Am Abend trafen wir uns zum Essen mit unseren Lehrpersonen Frau Zihlmann und Frau Indlekofer im Restaurant Mao Thai. Das Essen war sehr vielfältig und schmeckte uns allen gut. Wir waren somit für den zweiten Teil der Erkundung gestärkt.

Montag 25.09.2017

Am Vormittag erhielten wir im Stasi-Museum eine interessante Führung über Methoden und Werkzeug des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit. Das Museum befindet sich im ehemaligen Hauptquartier der „Stasi“. Im Vorzimmer eines Konferenzraums konnten wir in der Cafeteria eine Cola trinken, was vor ein paar Jahrzehnten zur Exekution geführt hätte. Der Zeitzeuge Michael Bradler erzählte uns viel von seiner Beziehung zur DDR und zur Staatssicherheit. Er wurde bereits vor seiner zehnmonatigen Gefangenschaft in Hohenschönhausen von der Stasi ausspioniert.  Er zeigte uns seine 500 Seiten lange Akte und beantwortete viele Fragen aus der Schülerschaft.

Nach der Mittagspause war Sport angesagt! Eine Fahrradtour der Mauer entlang, von einem Zeitzeugen des DDR-Regimes geführt, stand auf dem Programm. In zwei Gruppen aufgeteilt radelte unsere Klasse quer durch Berlin. Unterwegs machten wir an verschiedenen wichtigen Schauplätzen der ehemaligen DDR Halt und bekamen spannende Inputs von unserem Begleiter. Besonders eindrücklich war der Anblick des Wachturmes – der, wie wir erfuhren, auf Ebay versteigert wurde – und die dortige Aussicht auf den Todesstreifen. Die Tour dauerte etwa drei Stunden, welche wie im Flug vergingen. Unser Nachtessen nahmen wir in der Pizzeria ‚I Due Forni’ ein, ausgezeichnete Pizze zu günstigen Preisen. Ein gelungener Tag!

Dienstag 26.09.2017

Am Dienstagmorgen startete unsere Berlin-Tour am Potsdamer Platz, welcher im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach dem Mauerfall wiederaufgebaut und neugestaltet wurde. Danach machten wir uns auf den Weg zum Holocaust-Mahnmal und anschliessend stand ein Halt vor dem Brandenburger Tor auf dem Programm, wo wir lustige „Touristenfotos“ schossen. Den Reichstag konnten wir nur von aussen besichtigen und wir rundeten den Vormittag mit einem gemütlichen Spaziergang der Spree entlang durch das Regierungsviertel ab, wo uns Frau Zihlmann die wichtigsten Orte erläuterte. Am Mittag trafen wir uns vor dem berühmten Fernsehturm am Alexanderplatz, fuhren mit dem Lift mit sechs Metern pro Sekunde auf 207 Meter und begaben uns ins Restaurant, wo wir unser Mittagessen mit einer wunderbaren Aussicht genossen haben.

Nach dem Mittagessen besuchten wir den Kongress «Norm und Natur» der deutschen Gesellschaft für Philosophie in der Humboldt Universität. Wir gingen an eine Vorlesung mit anschliessender Diskussion. Im Fokus stand der Ethikunterricht in deutschen Schulen und die Frage, wie dieser unterrichtet werden sollte. Es wurde über die Notwendigkeit des Unterrichts sowie die Einstellung der Lehrpersonen diskutiert. An der Debatte nahmen drei Philosophieprofessoren aus verschiedenen Bundesländern teil, was insofern interessant war, als sie den Ethikunterricht, der in jedem Bundesland verschieden ist, vergleichen konnten. Besonders spannend für uns war auch, dass wir Schülerinnen und Schüler einen Perspektivenwechsel vornehmen konnten.

Leider verpassten wir einen Teil der Diskussion, um pünktlich bei unserem nächsten Programmpunkt zu sein: Der Besuch des Theaterstücks «Tschick» im «Deutschen Theater». In «Tschick» geht es um zwei Jungs, Tschick und Maik, die ein Auto klauen und ihre Sommerferien damit verbringen wollen, in die „Wallachei“ zu fahren. Auf ihrer Fahrt erleben sie viele Dinge und lernen Isa, ein keckes Mädchen, kennen. Ihre Reise findet ein jähes Ende, als sie einen Autounfall haben. Tschick muss in ein Heim und Maik zurück nach Hause, wo er zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert wird. Die Vorstellung hat uns sehr gefallen, denn sie wurde grösstenteils von nur 2 Schauspielern gespielt, welche ständig die Rolle wechselten.

Mittwoch 27.09.2017

Am Mittwochmorgen hatten wir die Möglichkeit, den Prenzlauer Berg zu erkunden und dort in einem kleinen Café zu frühstücken. Danach machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg zur ehemaligen Gestapo-Zentrale, wo für uns ein Workshop mit dem Titel «Topografie des Terrors» gebucht war. Der Guide führte uns durch eine grosse Fotografie-Ausstellung zur Nazi-Herrschaft über ganz Europa, erzählte uns viel Interessantes über diese Zeit, und wies uns an, die Fotografien genauer anzuschauen und zu interpretieren.

Als Teil des Workshops teilten wir uns in kleinen Gruppen auf und bereiteten einen kurzen Vortrag zu verschiedenen Fotos vor und ihren versteckten Bedeutungen. Nach diesem sehr spannenden Programm, hatten wir den Rest des Nachmittages frei, um uns in Ruhe in dieser sehr interessanten Stadt umzuschauen.

Den Rest des Tages durften wir selbst gestalten, wozu wir uns in Gruppen von mindestens drei Personen aufteilten. Die Jungs und einige Mädchen liefen viel durch die Stadt und waren im Zentrum einkaufen. Eine Mädchengruppe besichtigte den Check Point Charlie, ging anschliessend in das grösste Einkaufszentrum Europas, die Mall of Berlin und schaute sich später die Gedächtniskirche an. Auch das Abendessen wurde individuell gestaltet. Die Jungs gingen Sushi essen, eine Gruppe entschied sich für Currywurst und alle anderen gingen zusammen in ein Restaurant am Alexanderplatz.

Donnerstag 28.09.2017

An diesem sonnigen Morgen begaben wir uns mit der U-Bahn in den Bezirk Neukölln, um die reformpädagogische Primarschule Peter-Petersen-Schule zu besuchen. Die Kinder empfingen uns herzlich und führten uns in ihr Klassenzimmer. Nach einer kurzen, informativen Einführung der Lehrerin übergab sie die Führung den äusserst selbstbewussten Kindern, die uns in Gruppen die Schule zeigten. Die Schule unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den staatlichen Schulen, was uns auch schnell durch die vielen nicht-Unterrichtsräume bewusst wurde.

Am Nachmittag besuchten wir das Deutsche Historische Museum, welches gerade eine Sonderausstellung über Pressefotografie von Berliner Zeitungen aus dem 20. Jahrhundert beherbergte. Mache dieser Fotos wurden bearbeitet, um die Öffentlichkeit manipulativ zu beeinflussen.

Am Abend hatten wir einen grossen Tisch in Clärchens Ballhaus reserviert. Auf der Tanzfläche wurde getanzt und bei uns am Tisch grosse Essensportionen bewältigt. Wir genossen zusammen einen schönen letzten Abend in Berlin.

Am nächsten Tag traten wir die lange Rückreise an. Die meisten schliefen im Zug oder spielten Karten, auch redeten wir noch über die schönsten Momente in Berlin.

Es war eine tolle Studienreise!