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Wien 2013, 4C

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Die PPP-Schülerinnen und -Schüler der 4c haben im September 2013 in Wien eine unvergessliche Woche erlebt. Im Folgenden berichten sie über die Reise.

Anreise Wien
Wir alle waren sehr gespannt, nach Wien zu kommen. Klassen, welche vorhergehend schon in Wien auf Studienreise waren, schwärmten so sehr davon. Als wir am frühen Sonntagmorgen uns alle in der Halle des Bahnhofes Basel trafen, waren wir umso gespannter. Wir waren neugierig und wollten endlich los. Die endlos scheinende Zugfahrt wurde durch viele Gespräche und Filme verkürzt.
Als wir endlich in Wien ankamen, waren wir alle erschöpft, aber ich denke, ebenso glücklich, endlich in Wien zu sein.

Stephansdom
Am ersten Tag ging das Programm schon los. Es begann mit einer Führung im bekannten Stephansdom. Der Führer konnte uns sehr viele spannende Dinge über den Dom wie auch über die Ausstattung erzählen. Was uns Schüler aber eher interessierte, war die darauffolgende Führung in den Katakomben unterhalb des Doms. Auf beiden Seiten des Weges konnte man in Räume sehen, welche mit echten Skeletten gefüllt waren. Auch waren zum Teil Totenschädel in den Mauern zu sehen. Wir wollten die Katakomben nicht verlassen, doch die nächste Station, das Mozarthaus, wartete…

Schloss Schönbrunn
Am Abend des zweiten Tages unseres Aufenthaltes in Wien begaben wir uns auf eine Zeitreise in das goldene Zeitalter der Habsburgermonarchie. Das opulente Meisterwerk der Barockarchitektur mit seiner gewaltigen Parkanlage, deren Fläche etwa dem Staat Monaco entspricht, zieht jährlich Millionen von Menschen in ihren Bann und zählt zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von ganz Wien. Im Rahmen der kurzen Imperial Tour erkundeten wir die kaiserlichen Gemächer und Repräsentationsräume Franz Josephs und seiner Gemahlin, gaben uns dem fernöstlichen Charme des Chinesischen Kabinetts hin und voller Ehrfurcht schritten wir schliesslich durch den imposanten Gang der grossen Galerie gen Ausgang. Dort erwartete uns bereits eine Wiener Fiaker (Kutsche), mit der wir unseren Rundgang – nun durch den Schlosspark – nahtlos fortsetzen konnten. Die Droschke führte uns sicher durch ein Labyrinth schattiger Alleen, vorbei an römischen Ruinen und dem schönen Brunnen, welcher der imperialen Sommerresidenz einst ihren Namen gab, sowie zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten zurück zum Ehrenhof, der vorderen Piazza des Schlosses und damit zum Ende unserer eindrucksvollen Schönbrunntour.

Wiener Oper
Einen Abend verbrachten wir in der Wiener Staatsoper. Wir standen schon zwei Stunden vor Beginn an und ergatterten die beliebten Stehplätze. Nachdem wir zu den Plätzen gerannt waren und uns zwei Reihen zuhinterst im Opernhaus besetzt hatten, konnte es sich nur noch um Stunden handeln, bis es losging. Wir wussten die Zeit aber gut zu nutzen und machten Fotos, Witze und Bekanntschaften.
Als das Stück "Othello" von Verdi dann losging, standen alle in Reihe und verfolgten das Spektakel.
Visuell war das Stück eher bescheiden gehalten, überzeugte aber gesanglich sehr.
Gekostet hat es pro Schüler nur drei Euro, also stand es jedem frei, früher zu gehen. Davon machten auch viele Gebrauch und so wurden es von Akt zu Akt weniger Schüler, welche noch ausharrten. Bis zum Ende waren dann noch zwei Schülerinnen übrig, welche aber mit Frau Angst die spezielle Atmosphäre des Opernhauses geniessen und mit Aprikosenjus anstossen konnten. Nach der Oper sind dann alle mit müden Füssen zurück ins Hotel.

Karl-Löwe-Reformschule
Nach unserem ausführlichen Frühstück am Dienstagmorgen versammelten wir uns um 9 Uhr in der Hotellobby und machten uns auf den Weg zur Karl-Löwe-Gasse. Kurz nach 10 Uhr trafen wir schliesslich dort ein. Gerade zuvor hatten wir noch einem Schülervortrag über das Asperger-Syndrom gelauscht.
In der von uns besuchten Reformschule werden Kinder von der ersten bis vierten Klasse unterrichtet. In jeder Stufe gibt es sogenannte Integrationsklassen, wo Kinder mit leichten Behinderungen oder Beeinträchtigungen am Unterricht teilnehmen und unterstützt werden.
Nachdem wir von der Schulleiterin Barbara Urban begrüsst worden waren, teilten wir uns in Dreiergruppen auf die 8 Klassen auf und besuchten pro Gruppe zwei Klassen (eine „normale“ und eine Integrationsklasse) für je 25 Minuten.
Danach trafen wir uns alle wieder im ersten Stockwerk des dreistöckigen Gebäudes zu einer Reflexion mit Frau Urban wieder. Hier wurden uns diverse Informationen zum Schulhaus mitgeteilt und wir konnten Erfahrungen austauschen und Fragen stellen. Danach war individuelles Mittagessen angesagt.

Foltermuseum
Am Dienstagnachmittag gingen wir ins Foltermuseum und dort durfte Manusha ihren Vortrag zum Thema Folter halten.
Bevor wir dort ankamen, hatten wir keine Ahnung, was uns wirklich dort erwarten würde. Wir wussten, dass es um Folter geht, aber auf das, was uns dort erwartete, waren wir nicht gefasst. Unter einem Museum versteht man normalerweise so etwas wie das Kunstmuseum in Basel. Ein Gebäude, das oberirdisch gebaut ist und somit einen gewissen Eindruck vermittelt. Doch was wir dort sahen, war eine Art Container mit einer Tür, die ins Unterirdische führte. Den Gruseleffekt hatte man somit schon intus. Drinnen erwarteten uns jede Menge Foltermethoden, natürlich nur Darstellungen mit Wachsfiguren. Auch war eine Sonderausstellung von Amnesty International vorhanden, in der es darum ging, wie man Folter entgegenwirken kann.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands
Während unserer Studienreise haben wir auch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) besucht. Erst waren wir erstaunt über die doch sehr überschaubare Grösse der Ausstellung. Dieses Gefühl wurde aber schnell durch einen spannenden Rundgang vertrieben, der dazu anregte, sich selbst stärker Gedanken über das Thema zu machen. Während dem Rundgang wurden wir nicht wie sonst oft üblich mit Informationen und Daten überhäuft, sondern es wurden spannende Fragen aufgeworfen und besprochen. So strengten wir uns eher an, die Beweggründe der Leute nachzuvollziehen, als uns Daten zu merken.
Der Besuch beim DÖW wurde anschliessend noch mit Fabios spannendem Vortrag abgerundet.

Freud-Museum
Am Mittwochmorgen sind wir in die Berggasse eingebogen und zur Nummer 19 gelaufen, denn dort befindet sich das Haus, in welchem Sigmund Freud, der Erfinder der Psychoanalyse, für eine gewisse Zeit seines Lebens gewohnt hat. 1891 eröffnete Sigmund Freud seine ärztliche Praxis. Dort entwickelte er jene Wissenschaft, die das Verständnis der Psyche des Menschen grundlegend veränderte.
In den Räumen, welche wir angeschaut haben, führte er bis zu seiner Flucht vor den Nazis nach England seine Analysen durch. Im Arbeitszimmer an der Berggasse verfasste er Arbeiten wie „Die Traumdeutung“ und Fallgeschichten wie „Der Rattenmann“.
In Freuds Wiener Wohnung befinden sich keine Möbel mehr aus seinem Besitz, da er all sein Hab und Gut mit nach London nahm. Im Museum sind deshalb viele Bilder und Dokumente ausgestellt, die einen farbigen und etwas genaueren Einblick in Freuds damaliges Leben geben.

Alfred Adler-Institut
Am Mittwochnachmittag statteten wir dem Alfred Adler-Institut einen Besuch ab. Mit Keksen, Kuchen und Getränken von den MitarbeiterInnen bestens ausgestattet, waren wir bereit, einem Vortrag über Alfred Adler selbst und der Entwicklung seiner Individualpsychologie zu lauschen. Dieser war ausführlich und lange, die Aufmerksamkeit blieb jedoch (meist) erhalten, auch wenn wir alle mittlerweile von der Reise erschöpft waren. Nachdem wir auch noch über den aktuellen Stand der Individualpsychologie informiert wurden, gab es noch eine Fragerunde. Anschliessend wurden in den Räumlichkeiten des Instituts noch zwei Vorträge gehalten, bevor es weiterging.

Hundertwasser
Am Donnerstag gingen wir gemeinsam in das Museum von Friedrich Stowasser, besser bekannt als Friedrich Hundertwasser.
Hundertwasser war es wichtig, dass seine Architektur keine geraden Linien aufweist, da es auch in der Natur keine geraden Linien gibt. Aus diesem Grund war der Boden im Hundertwasser-Haus auch uneben, wie wir es ebenso in der Natur vorfinden. Auch der Natur angepasst, hatte es sogar im Museum selbst Bäume und viele Pflanzen.
Die Bilder von Hundertwasser waren meist sehr bunt und sein Hauptmerkmal waren die Linien und Bäume.
Das Hundertwasser-Haus war einer der beliebtesten Orte, die wir besucht haben, die meisten konnten sich mit seiner Kunst anfreunden.

Loos
Auf unserer Studienreise sind wir auch auf Gebäude des Architekten Adolf Loos gestossen. Wir besichtigten kurz das Looshaus (1909) am Wiener Michaelerplatz, in welchem sich nun eine Raiffaisenbank befindet, die leider geschlossen war, als wir sie besucht haben. Das Looshaus verkörpert die typischen Merkmale von Loos‘ Architekturphilosophie und gilt als eines der zentralen Bauwerke der Wiener Moderne. Zuerst erzeugte es bei den Leuten keinen Gefallen, da es nicht der zeitgenössischen Architektur entsprach und sich mit dem Erscheinungsbild deutlich davon unterschied.
Andreas Cremonini, Philosophie-Lehrer und Betreuungsperson auf der Studienreise, erläuterte uns zuerst die Hierarchie der Gebäude von Wien. Die verschiedenen Etagen verkörpern eine Hierarchie, in der beispielsweise die Bediensteten im Dachstock untergebracht waren und die jeweiligen Stufen durch Verzierung der äusseren Fassade klar gemacht wurden.
Loos jedoch hielt nicht viel von diesem Stufensystem. Hingegen war er für Symmetrie und für eine Architektur, die allen gefiel. Er wollte keine verschnörkelten Fenster oder gar artistische Türklinken, für ihn waren Kunst und Architektur zwei getrennte Bereiche. Nach Loos‘ Ansicht sollte ein Gebäude jedem gefallen, im Gegensatz zur Kunst, die sehr subjektiv ist. In der Verzierung des Inneren hielt sich Adolf Loos jedoch auch nicht zurück. Er benutzte edle Materialien für die Innenarchitektur, welche niemals an Schönheit und Pracht mangelte. Man sah den Kontrast zwischen den einfachen Materialien (wie beim Looshaus zum Beispiel die schlichten Fassaden der oberen Stockwerke) und den edlen Materialien (beim Looshaus die Marmorfassade des unteren Stockwerks) stark. Trotz der Funktionalität des Gebäudes sollte die Eleganz nicht fehlen.
Auch unterschied sich Adolf Loos von den anderen zeitgenössischen Architekten dadurch, dass er den Zweck des Objektes in den Vordergrund stellte. Er versuchte eine harmonische Komposition von Räumen herzustellen, bei deren Gestaltung die Funktion im Mittelpunkt stand.
«Ornament ist vergeudete Arbeitskraft und dadurch vergeudete Gesundheit … Heute bedeutet es auch vergeudetes Material, und beides bedeutet vergeudetes Kapital … Der moderne Mensch, der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.» (Zitat von Adolf Loos)

Und zum Schluss auch noch ein wichtiges Thema: Kulinarisches
Erster Abend: Verliebt, verlobt, verheiratet, getrennt und dazu sogar noch Griechisch gegessen!
Der erste Abend nach der langen Reise begann damit, dass wir 45 Minuten herumliefen, bis wir endlich zu unserem Restaurant kamen, mit einer halben Stunde Verspätung, doch das schien die Restaurantbesitzer wenig zu stören. Wir kamen an unsere reich geschmückte Tafel und wurden herzlich begrüsst. Nachdem wir die unaussprechlichen Speisen einigermassen bestellt hatten und jeder sich zu 75% sicher war, dass er wusste, was drin war, haben wir mit dem Herumfotografieren begonnen, so wie das üblich ist, wenn 20 Leute an einem Tisch sitzen. Dabei kam die Idee, eine Fotostrecke zu simulieren, bei der sich Pedro und Delia bereitwillig, für kurze Zeit, in den Bund der Ehe einliessen. Betrogen voneinander liess man sich dann vor allen Augen scheiden und es war ein Spass. Bis das Essen kam, denn dann begann das Rätselraten. Wer hatte was bestellt? Und wieso konnte der Herr, der uns dies servierte, nicht auch in gebrochenem Griechisch zu uns sprechen? Zu guter Letzt ging es dann doch gut und das Essen schmeckte vorzüglich, genau das Richtige nach so einem anstrengenden Tag. Als wir dann sogar den richtigen Heimweg fanden, waren alle glücklich und zufrieden und gingen gleich ins Bett.
Zweiter Abend: Beim Stöger sitzen bitte alle am selben Tisch, danke! Dieser Tag war ein Dienstag, nachdem unsere Klassenlehrpersonen uns höflicherweise hundemüde und hungrig gemacht hatten, hatten wir alle Lust auf deftiges Wiener-Essen. Das Gasthaus zum Stöger mag von aussen aussehen wie eine Kneipe, entpuppt sich aber von innen als ein Restaurant, das mehr einer gemütlichen Stube bei Oma zuhause glich. Wir waren zu früh dran, was zur Folge hatte, dass der Platz eher spärlich war, was wiederum zur Folge hatte, dass sich vier von uns bereitwillig aufopferten, an einen anderen Tisch zu sitzen, weg von uns, weg vom Geschehen. Alles Humbug, findet Herr Cremonini, wir haben doch wohl alle an diesen Tischen hier im Ecken Platz! Alle bitte wieder herkommen, danke! Und so geschah es auch. Nach den Turbulenzen konnten wir uns alle wieder dem wichtigsten aller Dinge widmen zu der Stunde, dem Essen. Bestellt wurden Kaiserschnitzel, Knödel und weitere Köstlichkeiten, die uns in ein allzu herbeigesehntes Fresskoma versetzten. Auf dem Rückweg hatte dann die ganze Bande eine Superlaune und alle waren, so wie es schien, zufrieden.
Dritter Abend: Nach einem gelungenen Prater-Besuch fand am letzten Abend auch das letzte gemeinsame Abendessen im Leopold statt, wo erneut echt österreichische Kost serviert wurde. Die angenehme Atmosphäre, das gute Essen und Erlebnis-Wasser mit verschiedenen Geschmackssorten haben uns einen gelungenen letzten Abend beschert. Obwohl wir eine anstrengende Woche hinter uns gebracht hatten und wir etwas erschöpft waren, wurde am letzten Abend wie immer viel geredet, die Woche wurde noch einmal in Gedanken durchlebt, und viel gegessen haben wir natürlich auch!

 

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