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Studienreise Rom 2017

“es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern”
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Montag, 25.09.2017

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Nur in Rom wird man gleich am Flughafen von einer Gruppe unseriöser Herren in schwarze Limousi­nen verfrachtet und zum Hotel gefahren, und nur in Rom funktioniert das perfekt und ist auch noch billiger als der offizielle Flughafenexpress … fing also gut an und ging gut weiter. Unsere erste Station war die Galleria Borghese, wo uns Shane zum ersten Mal mit den atemberaubenden Skulpturen von Gianlorenzo Bernini bekannt machte, der die antiken Mythen von Persephone, Daphne und Apollon zu neuem Leben erweckt hat. Diesem Künstler sollten wir die folgenden Tage noch oft begegnen.

Nach einigem Herumirren in dem riesigen Park der Villa Borghese erreichten wir schliesslich die Via Veneto, an deren Ende die Kapuzinergruft der Kirche Santa Maria Immacolata liegt. Schon im Voraus hatte uns Alexis vor dieser Sehenswürdigkeit gewarnt: Die Kapuzinermönche hatten die Angewohnheit, ihre Mitbrüder nicht normal zu bestatten, sondern mit deren Knochen die Wände der Krypta zu dekorieren … Vermutlich war es hier, wo die theologischen Diskussionen begannen, die die ganze Woche über anhalten sollten.

Wir verliessen das Gruselkabinett in Richtung der herrlichen Piazza di Spagna und verliefen uns den Rest des Abends in den immer noch sommerlichen Strassen der Ewigen Stadt.

Dienstag, 26.09.2017

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Am nächsten Tag ging es jesuitisch weiter: Nach dem Besuch der beiden Hauptkirchen des Jesuitenor­dens, San Ignazio und Il Gesù mit ihren spektakulär dreidimensionalen Deckenmalereien ging es dann doch wieder zurück in die Antike, wo uns Elisabeth mit den Eigenheiten dieses sonderba­ren Baus vertraut machte, der die Architekturgeschichte massgeblich beeinflusst hat (vom Petersdom bis zum Basler Messeneubau …). An der Grabinschrift des im Pantheon bestatteten Ma­lers Raffael sind übrigens schon Lateinlehrer gescheitert: Ille hic est Raphael, timuit quo sospite vinci / rerum magna parens et moriente mori (wer’s wissen will, findet hier Aufklärung). Über die Piazza Navona, ehemals Stadion des Domitian und immer noch stadionförmig, als hätte man die Fläche, auf der so viele Christen umkamen, in den letzten 2000 Jahren nie bebauen wol­len, gingen wir vorbei an Berninis Vierströmebrunnen zu dem wohl grössten und beeindruckends­ten Brunnen Roms: der Fontana di Trevi, über die Emanuel uns kundig informierte.

Den Abschluss dieses Tages auf dem heissen, vollen, lauten Marsfeld bildete der Palazzo Altemps, mit seiner Kühle und Ruhe genau das Richtige. Livia zeigte uns dort ein paar skulpturale Highlights wie den sterbenden Gallier und die Geburt der Venus. Bei diesem Programm erstaunt es, aber man fand anschliessend tatsächlich noch Zeit, sich in den römischen Secondhandläden umzutun und dort bo­denlange Burberrymäntel zu erstehen.

Mittwoch, 27.09.2017

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caelum, non animum mutant, qui ad mare currunt

Nach einem laokoonischen Kampf mit den römischen Fahrkartenautomaten konnten wir starten und ge­langten zunächst zu einer römischen Pyramide, die sich der antike Ägyptenfan Caius Cestius als Grabmal erbauen liess. An dieser Pyramide befinden sich weitere interessante Grabmale: Es handelt sich um den nichtkatholischen Friedhof Roms, auf dem sich über die Jahrhunderte Juden, Moslems, Or­thodoxe und Protestanten bestatten liessen, unter anderem die englischen Dichter Shelley und Keats, letzterer mit der beeindruckend falschbescheidenen Inschrift Here lies One Whose Name was writ in Water. Magdalena führte uns an diesem verwunschenen Ort, bis wir schliesslich wieder in den Zug stiegen und nach Ostia fuhren. Hier übernahm Federico und berichtete uns über die Ge­schichte der römischen Hafenstadt, die bis heute in recht gutem Erhaltungszustand besuchbar ist.

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Donnerstag, 28.09.2017

Wer nach Rom will, kommt am Vatikan nicht vorbei. Leider ist dieser inzwischen in einem Masse von Touristenhorden überschwemmt, dass es keinen Spass mehr macht, sich durch die Sistina zu quetschen wie in eine Sardinenbüchse. Wir haben es trotzdem getan, uns anschliessend den Peters­dom wenigstens von aussen angesehen und dabei Elizabeths Ausführungen gelauscht. Anschlies­send gab es den Nachmittag frei, um sich vom Klaustrophobietrauma zu erholen.

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Freitag, 29.09.2017

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Den Vormittag verbrachten wir in den beeindruckenden Caracallathermen mit Arzies Referat, Turnübun­gen und einem Hasen. Es kam die interessante – und sehr grundsätzliche – Frage auf, wie gut man die beeindruckenden Römerbauten eigentlich finden darf, wenn man mitbedenkt, von welch grausamen Tyrannen sie zur Festigung der eigenen Macht gebaut wurden (bei Caracalla eindeu­tig der Fall) und welches Sklavenelend für ihre Fertigstellung nötig war. Man kann das über die Antike hinaus weiterdenken, stellten wir fest, bis zu jedem herrlichen Barockbau, aber auch bis zu unserem heutigen Wohlstand, dessen Ursprünge wir nicht immer hinterfragen … Nach einem kurzen Imbiss nahmen wir einen Bus in etwas ländlichere Gefilde und besichtigten die Katakomben von San Callisto, die. kein. Flucht. ort. waren. keine. Ver. sammlungs. stätte. kein. Gebets. raum. kein. Schwimm. bad. kein Zirkus … jedenfalls waren wir froh, aus diesem Grab von 250'000 Men­schen wieder auftauchen zu können. Ein weiterer voller Tag endete schliesslich mit Stephanies Füh­rung durch den Palazzo Massimo alle Terme, wo uns vor allem die prächtigen Fresken aus dem Haus der Livia beeindruckten.

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Samstag, 30.09.2017

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Am Samstag spazierten wir erst, von Leon geführt, über den Palatin, wo die antiken Kaiservillen standen. Anschliessend hatten wir relativ kurzfristig noch die Möglichkeit, den Palazzo Valentini zu besuchen und dort die beeindruckende 3D-Rekonstruktion eines antiken Stadthauses zu sehen. Hier erfuhren wir auch einiges über die Trajanssäule und ihre Darstellung römischer Kriegsführung. Wenn man keine Hand mehr frei hat für den Feindeskopf …

Danach besuchten wir die Kirche San Clemente, wo uns Simon erläuterte, wie aus einem antiken Mithräum eine christliche Kirche wurde. Wer wollte, besichtigte anschliessend noch mit Herrn Külling das Colosseum.

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Sonntag, 2.10.2017

Schon wieder vorbei, die Studienreise? Noch nicht ganz: immerhin schafften wir uns noch, das Au­gustus-Mausoleum und den augusteischen Friedensaltar, Ara Pacis, zu besichtigen. Schliesslich hielt noch Joachim inmitten des brausenden Verkehrs am Tiber sein Referat zur Engelsburg, Mauso­leum von Kaiser Hadrian und dann Fluchtburg der Päpste. Und das war’s leider schon. Die schwar­zen Limousinen holten uns wieder ab, und eine anstrengende, aber sehr interessante und erfreuliche Studienreise lag hinter uns, wie auch bald schon das Land, wo die Zitronen blühn.

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