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Studienreise Rom 2012

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Rom – September 2012

Schon am Flughafen Basel konnte jeder der 21 Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieser Studienreise die fröhliche und entspannte Stimmung wahrnehmen, die uns auf dieser Reise Tag und Nacht begleitete und eine perfekte Grundlage für dieses unglaubliche Erlebnis bot.
Nach einem ruhigen Flug, leichten Verirrungen im Flughafen Rom und einer halben Stunde Wartezeit saßen wir im Bus zu unserem Hotel an der Via Merulana, perfekt im Zentrum von Rom gelegen. An diesem Abend konnten wir nach der Zimmerverteilung bereits einen guten Eindruck von dem überragenden Preis-Leistungsverhältnis in den italienischen Restaurants kriegen. In kleinen und grösseren Gruppen bewegten wir uns in unserer Freizeit jeweils durch die Gassen von Rom auf der Suche nach schönen Plätzen und gutem Essen – wie wir am nächsten Tag schnell feststellten, würden wir nie lange suchen müssen.
Das kulturelle Programm begann um 7 Uhr morgens mit der Tagwache, einem schönen Frühstück im Hotel, dem anschliessenden Kauf eines kleinen Picknicks für den Mittag und eines ersten Verlaufens meinerseits (so schön die Strassen auch sind, sie sehen alle ziemlich gleich aus).
Als dann alle versammelt waren, zogen wir los in Richtung Forum Romanum. Obwohl viele Sehenswürdigkeiten auf unserem Plan erst an späteren Tagen aufgelistet waren, konnten wir bereits an diesem Morgen einen Blick auf gut die Hälfte aller Bauwerke werfen, was zeigte, wie dicht und zahlreich die antiken Überreste in dieser Stadt vorhanden sind. Auf dem Forum liefen wir die Via Sacra hinauf, wo uns Raphaela und Nadine eine passende Rede von Cicero präsentierten, was zu dem unglaublichen Gefühl des Wissens beitrug, dass auf der gleichem Stelle vor über 2000 Jahren wirklich alle Personen standen, mit denen wir uns in den letzten sieben Jahren befasst haben. Geführt von Delia, Maria und Nadine, den Expertinnen zu diesem Thema, bewegten wir uns bei schönen 30°C übers Forum, von der Curia Iulia, vorbei an etlichen Triumphbögen, Tempeln und sonstigen Überresten von Selbstverherrlichungen römische Kaiser, bis zum Palatin hinauf. Besonders interessant fand ich den ständig wechselnden Aufbau des Platzes über die verschiedenen Kaiser hinweg und die sichtbare Veränderung in deren politischer Mentalität.

 

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Auf dem Palatin konnten wir einen schönen Überblick auf die Stadt zusammen mit unserem Picknick geniessen. Daraufhin ging es hinunter zum Augustuspalast. Dieses gigantische Gebäude ist sehr beeindruckend. Zur allgemeinen Begeisterung trugen vor allem drei originale Kammern des Palasts mit unberührten Wandmalereien bei, die zuvor offenbar noch nicht geöffnet waren, denn keiner unserer drei Leiter und regelmäßigen Rom-Touristen hatten die Malereien zuvor gesehen. Auf dem Weg zum Kolosseum gingen wir in den Fußstapfen Caesars und Cicero über den Caesarenhügel, vorbei an Mussolinis Haus, bis wir beim beeindruckenden Theater angelangt waren. Nach einem weiteren informativen Referat bewegten wir uns in Gruppen durch die Mauern, die zwar beeindruckend, aber in meinen Augen dunkel und negativ wirkten, passend zum Blutvergießen, das sich dort vor über tausend Jahren zugetragen hatte, ganz im Gegensatz stehend zum wunderschönen Äußeren des Kolosseums.
Zum Abendessen brachen wir gemeinsam zum Pantheon auf, genossen den schönen Abend, der abgerundet wurde von Gelati in einer der besten Gelati-Bars von Rom und der Besichtigung des Trevi-Brunnens. Die magische Stimmung war überwältigend und wir genossen sie in vollem Zuge. Nach einem gemeinsamen Münzenwurf bewegten wir uns in Richtung Bus und fuhren zurück zum Hotel – die Fahrt allein war ein Erlebnis. Froh darüber, dass der Bus ganz geblieben war, gingen wir ins Hotel zurück und legten uns schlafen, manche früher, andere später.

 

Am folgenden Tage besuchten wir früh den Vatikan, hatten Glück mit einer relativ milden Anstehzeit und bewegten uns über die nächsten Stunden mit dem ständigen Strom der vielen Besucher durch die Vatikanischen Museen. Auch wenn wir uns damit von der Antike wegbewegt hatten, war dies nicht weniger spannend. Die Kunstwerke waren interessant und sehr beeindruckend, die goldgeschmückten Decken waren überwältigend, die Präsentation von Gold und Reichtum war so immens, dass es einem gegen Ende des Museums fast schon erdrückte. Wir gingen kurz aus dem Land, um zu Mittag zu essen, und trafen uns anschliessend auf dem Petersplatz. Die Dimensionen des Platzes und des Domes, sowohl von aussen wie auch innen, waren schlicht umwerfend. Auch wenn einige den Petersdom übertrieben fanden, was die Farben und das Gold angelangte, so war doch jeder sehr beeindruckt von der Grösse des Bauwerks. Besonders schön fand ich die Marmorstatuen von Michelangelo und vor allem Bernini. Ich und mein Kollege entschieden uns zum Schluss als einzige von uns, die Wanderung in die Kuppel auf sich zu nehmen. Die fünf Euro, die wir dafür hinlegen mussten, lohnten sich tausend Mal. Der Blick aus der Kuppel war nur ein leichter Vorgeschmack auf den Ausblick, den man vom Dach auf die Stadt Rom hatte. Als es dunkel wurde, gingen wir auf die fröhliche und belebte Piazza del Fiori und verbrachten dort den Abend, bis wir wieder ins Hotel zurück mussten um uns, diesmal alle etwas früher, schlafen zu legen.
 

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So verliefen auch die nächsten Tage, und obwohl alle jeden Tag ein bisschen erschöpfter auftraten, litt zu keiner Zeit die allgemeine Stimmung darunter. Weitere Sehenswürdigkeiten beinhalteten das Capitol mit seinen Museen, die unter anderem die gewaltigen Überreste einst gemeißelter Körperteile Konstantins ausstellten, und die Piazza Navona, die einst ein privates Stadion des Domitian war und nun ein fröhlicher Marktplatz mit Brunnen und Restaurants, die wir sogleich persönlich testeten. Auch die Ara Pacis und die berühmte Via Appia bekamen wir zu Gesicht sowie die Caracalla-Thermen, die jeden modernen Wasserpark lächerlich aussehen lassen, und passend dazu den Circus Maximus, die grösste Arena, die jemals errichtet wurde.
Dazwischen konnten wir in unserer Freizeit auch das moderne Rom immer besser kennen lernen, ich und mein Kollege gingen uns zum Beispiel einen Kinofilm zum Spotpreis auf Italienisch anschauen.
 

Eines der schönsten Dinge auf unserer Reise fand ich die perfekte Mischung zwischen Freizeit und gemeinsamem Sightseeing sowie das Interesse der ganzen Gruppe an der fantastischen Kultur und Geschichte dieser Stadt. Dies zeigte sich mir am deutlichsten, als bei der Besichtigung der Kirchen Santa Maria Maggiore und San Giovanni in Laterano die Zeit knapp, mein Vortrag bei der zweiten Kirche als freiwillig erklärt wurde und der grösste Teil der Gruppe trotzdem blieb, um die Kirche mit mir zu besichtigen. Auch die Stimmung innerhalb der Gruppe hätte nicht besser sein können, grosse Gruppen bewegten sich stets in der Freizeit umher, so dass niemand ausgeschlossen war, und das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern war besonders schön, so dass oft auch verschiedene Altersgruppen gemeinsam assen.
So fuhren wir nach einer genialen Woche am Samstagmorgen mit dem Zug zum Flughafen und flogen sicher in ein deutlich kälteres Basel zurück, bereichert mit zahllosen Erlebnissen und Erfahrungen, die wir zusammen in dieser Woche machen durften.
Guy Ettlin, 4B

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