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Studienreise Rom 2013 Klasse 4ABD

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Unter besten Bedingungen verlief die Studienreise der Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 4ABD mit Schwerpunktfach Latein. Unter Leitung ihrer Fachlehrer Nadia Bloch und Andreas Külling galt es bereits im vergangenen März, sich ein Thema für die Studienreise-Arbeit mit dazugehörigem Referat vor Ort zu wählen. Daneben gab es viele andere organisatorische Vorbereitungen zu erledigen – bis es endlich mit grosser Vorfreude losgehen konnte. Der nachfolgende Übersichtsbericht gibt die wichtigsten Stationen lediglich des Kulturprogramms wieder:
Pünktlich um 18.30 Uhr landeten alle Reisenden (27 Schülerinnen und Schüler der Klassen 4ABD sowie drei begleitende Lehrpersonen) am Sonntag, 22. September 2013, auf dem Römer Flughafen. Nach dem gut funktionierenden Transfer zum Hotel konnten alle ihre Zimmer beziehen. Da um 22.30 Uhr alle Schülerinnen und Schüler zurück sein mussten, blieb gerade noch genügend Zeit für einen ersten Eindruck der römischen Kochkünste.

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Nach dem einfachen und guten Frühstück ging es jeweils zwischen 8 und 8.30 Uhr morgens los. Gleich am ersten Tag, dem Montag, standen fünf Referate auf dem Programm. Nach einem Spaziergang vorbei am beeindruckenden Kolosseum hinauf zum Capitol erklärten uns Felix und Samuel, dass in frühester Zeit hier die ersten Gebäude (die Arx und die beiden wichtigsten Tempel, der des Jupiter Optimus Maximus Capitolinus und der Juno Moneta) errichtet wurden. Die beiden erläuterten die Gesamtanlage, die im Laufe der Jahrhunderte ständig umgebaut und -funktioniert wurde, bevor sie auf die Reiterstatue des Marc Aurel eingingen, welche erhalten blieb, da man sie lange für jene des Kaisers Konstantin hielt. Abgerundet wurde dieses erste Referat mit einer Besichtigung der Kirche Santa Maria in Aracoeli, nachdem man die 124 Stufen zum Eingang erklommen hatte. Entschädigt wurde man mit einer wunderbaren Aussicht, vorbei an der Stadtwohnung von Sophia Loren bis hin zum Vatikan. Nach kurzem Spaziergang und Wartezeit gelangten wir zum Eingang des Forum Romanum, wo uns Adrian und Jonas während ihres Referats zu den einzelnen Bauten führten und dabei die jeweilige Geschichte dieser erklärten. Dabei gingen sie in grosser Hitze unter anderem auf den Tempel der Vesta, das Haus der Vestalinnen, die Curia Iulia und den Titusbogen ein. Anschliessend war Mittagspause auf dem Palatin. Ausgehend von der Ursprungssage zur Entstehung Roms gingen Fabienne und Fiona dort in ihren Ausführungen besonders auf die riesigen Bauten ein (Stadion, Wohn-Paläste der Angehörigen der Kaiserfamilie (u.a. Haus der Livia mit den komfortablen Einrichtungen, das mythische Haus des Romulus, die Domus Flavia und die Domus Augustana)). Mittels kurzem Spaziergang gelangten wir zu einer kleinen Anhöhe oberhalb des Circus Maximus, in dessen Bau mit den spektakulären Ausmassen uns das Referat von Lea und Stephanie einführte. Bildlich erläuterten sie uns, wie es zu früheren Zeiten an dieser Stätte zugegangen war und erklärten uns Begriffe wie Ludi und Pompa Circensis sowie den Ablauf der Wagenrennen. Erwähnt wurde auch der höchste Obelisk in Rom, der eine der Wendemarken im Circus Maximus bildete und den wir im Verlauf der Woche noch bei der Lateranskirche bestaunen konnten. Schluss des geführten Tages-Programms bildete der Besuch des Kolosseums. Julie und Lucie erklärten uns anschaulich die Architektur dieses heutigen Wahrzeichens von Rom und die zugehörige Baugeschichte. Nicht zu kurz kam auch die Schilderung der damaligen Nutzung mit den verschiedensten Wettkämpfen. Vieles erinnert dabei an heutige Sportstätten, auch wenn sich die Wahrnehmung von "moralischen" und "umoralischen" Spielen, zum Glück aus heutiger Sicht, verändert hat. Beeindruckend wie durch die ausgeklügelte Konstruktion die Arena in sehr kurzer Zeit gefüllt oder geleert werden konnte.

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Am Dienstag ging es dann auf das frühere Marsfeld. Den Anfang machte ein Besuch im 2006 neu eröffneten Museo dell' Ara Pacis in einem Glasbau des Architektenbüros Richard Meier & Partners. In dieser lichtdurchfluteten Umgebung erklärte uns Antonio die wichtigsten Bestandteile des Altars, sowie dessen Lage auf dem früheren Marsfeld. Dazu gehörten diverse Allegorien auf die Grösse des Friedens-bringenden Kaisers August und dessen Regierungszeit. Als Beispiel wurde das Zusammenspiel der Ara Pacis mit dem Horologium des Augustus, einer riesigen Sonnenuhr, genannt. Am Tag des 23. Septembers (Augustus’ Geburtstag) wanderte der Schatten vom Morgen bis zum Abend die etwa 150 Meter lange Linie entlang, die genau durch den Altar des augusteischen Friedens führte und damit die hintergründige Botschaft vermittelte, der Kaiser sei zum Frieden geboren. Nach diesem informativen Einstieg ging es weiter zum Augustusmausoleum. Bei diesem heute relativ unscheinbaren und wenig gepflegten, weil stark überwucherten Bau erklärten uns Fiona und Martina diverse Details zu Augustus’ Leben, der Grabkultur im antiken Rom sowie interessante Details zu den verschiedenen Bauarten von Mausoleen und Grabstätten allgemein. Schlussendlich gelangten wir zum Pantheon, einem grossartigen Rundbau zur Anbetung der römischen Götter. Anna und Uma erklärten uns vor Ort, dass die Arbeiten zu diesem imposanten Gebäude im Jahre 27 v.Chr. in Angriff genommen und unter Kaiser Hadrian ums Jahr 120 n.Chr. fertiggestellt wurden. Als Prunkstück besitzt das Pantheon eine Kuppel mit einem Durchmesser von 43.3 Metern, in dessen Scheitelpunkt sich ein kreisförmiges Loch mit einem Durchmesser von neun Metern befindet. Diese „Opaion“ genannte Öffnung ist, nebst dem Eingang, die einzige Lichtquelle für das Innere des Pantheons. Beeindruckt von dieser um noch 30cm grösseren Kuppel im Vergleich zum Petersdom ging es zur letzten Tagesstation, der Piazza Navona, welche im Referat von Jasmin und Lukas eingangs als einer der schönsten Plätze der Welt bezeichnet wurde. Nicht einfach sich vorzustellen, dass an dieser Stelle im antiken Rom das Stadion des Domitian gestanden hatte, in welchem pompöse Spiele nach griechischem Vorbild und auch Wagenrennen stattgefunden haben sollen. Ausgehend davon führten uns die beiden Referenten durch die Jahrhunderte, in welchem die Piazza Navona eine Umgestaltung erfahren hatte und in dessen Zentrum nun die Fontana dei Quattro Fiumi (Vier-Ströme-Brunnen) des berühmten Römer Stadtarchitekten Bernini steht. Über den Verkörperungen der damals grössten bekannten Flüsse Donau, Rio del Plata, Nil und Ganges erhebt sich aus dem scheinbaren nichts ein tonnenschwerer Obelisk als Symbol der päpstlichen Herrschaft. Nach diesen vielfältigen Eindrücken hatten sich die Schülerinnen und Schüler den folgenden freien Restnachmittag redlich verdient.

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Am Mittwoch stand der Besuch von Ostia Antica auf dem Programm. Bei der Metro-Endstation Pyramide, wo wir auf den Zug zur antiken Hafenstadt Roms umstiegen, erklärte uns Andreas Külling in einem kurzen Input, was es mit der (leider in einem Baugerüst versteckten) Pyramide an dieser Stelle auf sich hatte. Es handelt sich nämlich um das Grabmal des Prätors Gaius Cestius Epulo, welches später in die Stadtmauer des Kaisers Aurelian einbezogen wurde. Nach einer halbstündigen Fahrt kamen wir in der Nähe der Tibermündung an. Kurz nach dem Eingang in die frühere Hafenanlage, die heute keinen Meeranstoss mehr besitzt, erklärten uns Emely und Manon in ihrem Referat das wichtigste zur Gründung und Entwicklung Ostia Anticas. Dabei führten sie uns zu den wichtigsten Bauten dieser nebst Pompeji und Herkulaneum besterhaltenen römischen Siedlung. Dazu gehören Thermen, Tempel, Theater und das Forum mit Kapitol und Basilika. Im Theater stiessen wir auf anderen Schulklassen und Reisegruppen. In der Folge entwickelte sich ein kleiner Wettkampf verschiedener Aufführungen, den Lea und Tim in einer an Artistik reichen Darbietung klar für sich entscheiden konnten. Im anschliessenden Referat von Henry und Hugo erfuhren wir dann genaueres zur Funktionsweise der Hafenanlage und zu dessen Einbindung in den Handel des römischen Reiches. So wurden Waren für die Stadt Rom an dieser Stätte verladen und mittels von Vieh gezogenen kleineren Boten Tiberaufwärts verfrachtet. Nach der Rückfahrt konnten die Schülerinnen und Schüler den Rest des Tages frei gestalten.

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Am Donnerstag führte uns ein kurzer Spaziergang zu einer Kirche, die nur 500 Meter entfernt von unserem Hotel stand. San Giovanni in Laterano gehört neben Santa Maria Maggiore (am anderen Ende unserer Hotelstrasse, der Via Merulana), dem Petersdom und San Paolo fuori le Mura zu den vier Patriarchalkirchen. Sie sind direkt dem Papst unterstellt und gehören damit auch territorial zum Gebiet des Vatikan. Die Lateranskirche ist zudem offizielle Bischofskirche in Rom. Ihr Name geht auf den römischen General Sextius Lateranus aus dem 2. Jh. n. Chr. zurück, der der Besitzer des Grundstücks war. Bekannt ist der Name heute auch durch die Lateran-Verträge von 1929, die das politische Verhältnis zwischen Rom und der Vatikanstadt neu regelten. Für unser Antike-Programm war neben der Taufkirche aus dem 4. Jahrhundert zweifellos bemerkenswert, dass die Bronzetüren des Hauptportals jene der Curia des Forum Romanum sind. Nachdem Andreas Külling in seinem Referat erwähnte, dass an dieser Porte bereits die Hände Cäsars und Ciceros das bronzene Metal berührten, liessen es sich die Schülerinnen und Schüler nicht nehmen auch Ihre eigenen "Handabdrücke" zu hinterlassen. Zu Fuss ging es weiter zu den Thermen von Caracalla, im alten Rom eher Freizeitzentrum denn Bad. Marijella und Sophie stellten uns inmitten der beeindruckend hohen Überreste dieser Thermen die Einrichtung vor. Sie beschrieben den allgemeinen Badebetrieb, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und die architektonisch ausgeklügelt konstruierten Systeme, die es erst ermöglichten, all die Bedürfnisse auf der 33'000 Quadratmeter grossen Fläche zu erfüllen. Einzigartig dabei die eigens errichtete Wasserversorgung mittels Aquädukt und das unterirdische Umluftsystem, das Hunderte von Sklaven in Gang hielten. Die Thermen boten gleichzeitig Platz für 1600 Besucher, was einer Maximalkapazität von 8000 Badenden pro Tag entspricht. Zurück bei der Lateranskirche gelangten wir mit dem Bus zu den ausserhalb Roms gelegenen Katakomben von San Callisto, wo wir unter Schatten spenden Bäumen Mittagspause machten. In der anschliessenden Führung durch die Katakomben erfuhren wir Interessantes zu den Begräbnis-Ritualen der frühen Christen und dem auf 5 Ebenen angelegten, 370'000 Gräber beinhaltenden und 20 km umfassenden Gräber- und Gangsystem. Wieder an der frischen Luft ging es zur eine halbe Fussmarsch-Stunde entfernten Via Appia. Nach einem Besuch des dort gelegenen Grabmals der Caecilia Metella referierten Anton und Florian zur 540 km langen Verbindung Roms mit Brindisi. Anschaulich führten sie uns dabei in Konstruktion und Betrieb dieser für Militär und Handel so wichtigen Strasse ein. Nach einer weiteren halben Stunde Wanderung auf der Via Appia kehrten wir nach einer schweisstreibenden Busfahrt ins noch wärmere Rom zurück, wo es in den verdienten, zur freien Verfügung stehenden Abend ging.

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Am Freitag stand der abschliessende Besuch des Vatikans mit Vatikanischem Museum und Petersdom auf dem Programm. Aufgrund des "Tages des Tourismus" war der Eintritt in allen Museen der Stadt an diesem Tag gratis, weshalb sich schon sehr früh eine lange Warteschlange zum Vatikanischen Museum bildete. Nachdem wir endlich den Eingang passiert hatten, konnten sich alle während zwei Stunden frei in der Anlage bewegen. Nebst der immensen Sammlung an Kunstobjekten beeindruckten die Fresken in der Sixtinischen Kapelle, die Stanzen des Raffael und die prunkvolle Galleria delle carte geografiche. Nach den Museen bewegten wir uns in der sengenden Mittagssonne auf den Petersplatz, wo wir an einem schattigen Platz dem letzten Referat dieser Studienwoche, gehalten von Tim und Benjamin, zuhörten. Es reichte von der Erbauung über dem Grabe Petrus bis in die Neuzeit und lieferte Wichtiges zu Geschichte und Ausgestaltung der Anlage mit Platz und Peterskirche. Nach längerer Wartezeit konnten wir dann auch noch das Innere besichtigen. Anschliessend ging diese Woche mit einem abschliessenden, gemeinsamen Abendessen in der mit sinnigem Namen ausgewählten Trattoria Vecchia Roma gebührend zu Ende. Am nächsten Tag endete dann die Studienreise offiziell am frühen Samstagabend auf dem Flughafen in Basel. Zurück bleiben viele gute und schöne Erinnerungen an eine wunderbare und durchgehend sonnige Woche in Rom.

Text/ Fotos: Rainer Büchele, Reisebegleitung
Fotos: Jonas Töngi, 4A

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