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Velo KulTour 2008

Velokultour08

Bild Legende:

Mit dem Fahrrad über den San Bernardino

Unsere Reise begann mit der Zugfahrt nach Bellinzona, wo wir eine kurze Stadtbesichtigung unternahmen: Die Burgenanlage Bellinzonas mit dem imposanten Castello Grande ist UNESCO Weltkulturerbe. Schade, dass die meisten Leute an diesem Bauwerk vorbeibrausen. Das Denkmal zum 100-jährigen Jubiläum des Bestehens des Kantons Tessin erlaubt Einblicke in die Gründung dieses Kantons und seine Vergangenheit als Gemeine Herrschaft in der Alten Eidgenossenschaft.

Nach der Stadtbesichtigung rüsteten wir uns für die Tagesetappe, welche uns nach 50 Kilometern und 1300 Höhenmetern nach San Bernardino bringen sollte. Mittlerweile war es Mittagszeit und die Temperaturen waren schon auf 30° gestiegen. Während der Fahrt nach San Bernardino kletterten die Temperaturen unaufhörlich, sodass wir jede Gelegenheit benutzten, uns an den kalten Dorbrunnen die Hemden zu netzen und den Kopf zu kühlen. Stolz und froh kamen wir am späteren Nachmittag an unserem Ziel an. Nach der wohlverdienten Dusche füllten wir die Kohlenhydratspeicher mit Pasta und gönnten dem ausgelaugten Körper ein schmackhaftes Dessert.

Am Dienstag waren alle gespannt auf die Passstrecke. Die verbleibende Steigung war 400 Höhenmeter, das Wetter bestens. Auf dem Pass pfiff ein kühler Wind, sodass wir nach dem obligaten Gruppenfoto die Abfahrt ins Auge fassten. Jede Sekunde, jeder Meter wurde ausgekostet, all die Höhenmeter des Vortages konnten wir nun beim Runtersausen geniessen. Nick Hampton und Jennifer Whitebread erläuterten an einer geeigneten Stelle die Entstehung von Tälern und wiesen auf die Bedeutung der Gletscher bei diesem Prozess hin. Die weitere Fahrt führt uns in die Via Mala Schlucht, die schon Goethe den Atem geraubt hatte, wie Frau Whitebread berichtete. Nicht minder beeindruckend war der Besuch der Rofla-Schlucht, wo man nach einem abenteuerlichen Weg einen tosenden Wasserfall des Hinterrheins bestaunen kann.

In Bonaduz fuhr ein Grossteil der Teilnehmer weiter Richtung Chur – was aber nicht dem Programm entsprach. Bei Reichenau wurde ihnen der Fehler bewusst und sie kehrten um. Die letzten 20 Kilometer nach Valendas wurden die härtesten dieser Velokultour: die Steigung am Ende des Tages nach gut 70 Kilometern forderte die letzten Kraftreserven. Beim Dessert im malerischen Valendas mit seinem alten Holzbrunnen waren diese Strapazen aber bald vergessen.

Der letzte Tag begann mit einer schönen Abfahrt nach Disentis, wo jedoch eine erneute Steigung nach Laax bezwungen werden wollte. Die Mühe lohnte sich auch hier, denn wenige Kilometer später winkte eine Abkühlung im Gauma-See in Flims. Dies Attraktion konnte nur durch die Schlussabfahrt übertroffen werden: die Kilometer nach Chur waren unvergesslich. Die Tour hatte bisher nur einen Plattfuss gefordert. Es sollte doch noch einen kleinen Sturz geben, auf der ‚Zieleinfahrt’ beim Bahnhof SBB in Chur! Der Sturz verlief glimpflich, sodass alle glücklich, stolz und müde in den Zug nach Basel stiegen.