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Künstler

Arnold Böcklin (1827-1901)

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Arnold Böcklin

Böcklin wurde am 19.10.1827 in Basel geboren; am 16.1.1901 starb er in Fiesole (Toscana) als einer der berühmtesten - und umstrittensten - Maler seiner Zeit. Auf seinem Grab steht das Horaz-Zitat:
Non omnis moriar.
Von 1835/6 bis 1843/4 hatte Böcklin das Gymnasium 'auf Burg' besucht. Hier muss er eine enge Beziehung zur Antike gewonnen haben, denn ein grosser Teil seiner Bilder wird von antiken Themen oder Motiven bestimmt, wenn er auch selten konkret auf bestimmte literarische Vorbilder Bezug nimmt wie bei Kalypso und Odysseus (1882, Basel). Oft bedauerte er, in der Schule neben Latein- nicht auch Griechischunterricht genossen zu haben, um eine bessere Grundlage für seine Bilder zu haben. Seine Ausbildung zum Maler erhielt Böcklin in Basel (bei Ludwig Kelterborn), in Düsseldorf und Paris. Förderung erfuhr er von Jacob Burckhardt. Später arbeitete und lebte er zum Teil in Rom, München, Zürich, Florenz/Fiesole. Neben der Malerei betätigte sich Böcklin auch als Flugpionier, entwarf und flog eigene Gleitflieger, allerdings ohne Erfolg.
Seine Bilder sind in vielen Museen Europas und den USA präsent. Zu den Hauptwerken zählen:

 

Die Jagd der Diana (1862, Basel)
Die Toteninsel (5 Fassungen, eine von 1880 in Basel)
Der heilige Hain (1882, Basel/1886, Hamburg)
Das Spiel der Najaden (1886, Basel)
Die Lebensinsel (1888, Basel)
Die Pest (1898, Basel, unvollendet)
Porträts (u.a. Gottfried Keller, 1889, Zürich) und Selbstporträts



Er beeindruckte und beeinflusste eine Reihe von Malern (Eduard Munch, L. Corinth, P. Modersohn-Becker, Giorgo de Chirico, ja sogar Salvador Dali). Einige seiner Bilder regten Komponisten zu sinfonischen Dichtungen an (S. Rachmaninow: Die Toteninsel; M. Reger: Vier Böcklinbilder).Das Böcklinfieber trieb im 19. Jh. wahre Blüten. Reproduktionen seiner Bilder fanden bis weit ins 20. Jh. hinein Eingang in die Wohnstuben. Max Lehrs glaubte 1897, was Leonardo, Dürer und Rembrandt für ihre Jahrhunderte gewesen seien, sei Böcklin für das 19. Jh. Edvard Munch bewertete ihn als deutschen (!) Künstler gleichrangig mitWagner und Nietzsche in deren Bereichen Musik und Philosophie. Böcklin wurde aber auch früh kritisch beurteilt, denn so sehr seine Bilder entzückten, so sehr schockierten sie auch. Fontane lässt im Stechlin von Böcklin als einem Mischling von Neid und Ungeschmack reden. Die Basler waren stolz auf "unseren genialen Mitbürger" und feierten seine Geburtstage und die Kunstkommission kaufte, wenn auch manchmal erst nach langem Zögern, nicht zuletzt der Preise wegen, seine Bilder für das Museum. Sie liessen sich aber auch vom Künstler verärgern und verärgerten ihn selbst, was ihn zeitweise aus Basel vertrieb - unter anderem nach Zürich!
In der Folge von Julius Meier-Graefes Schrift 'Der Fall Böcklin' von 1905 begann die Beliebtheit des Meisters zu sinken. Heute gilt er zwar als nicht unbedeutender Maler des 19. Jahrhunderts; er löst keine grossen Kontroversen, aber auch keine Besucherströme mehr aus, wie dies etwa seine Zeitgenossen, die französischen Impressionisten vermögen.

Christoph Delz (1950-1993)

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HG-Schüler 19??-1972, Pianist und Komponist.
Christoph Delz wurde als Sohn des Lehrers für alte Sprachen am HG und späteren Professors für Latein in Berlin und Basel Josef Delz in Basel geboren. Noch vor seiner Matur am HG erhielt er das Lehr- und Konzertdiplom für Klavier. Von 1974-1981 setzte er seine Studien in Köln (Klavier bei Aloys Kontarsky, Komposition bei Karlheinz Stockhausen) und Lüttich (Komposition bei Henri Pousseur) fort. 1981-84 arbeitete er im Studio für elektronische Musik der Musikhochschule Kölön und studierte daneben Germanistik und Philosophie. 1989 verlegte er seinen Wohnsitz nach Riehen, wo er 1993 starb. Sein Werk umfasst Kompositionen in verschiedener Besetzung. Das eigene Instrument, das Klavier, kam immer wieder zum Zug, so auch in seinem Opus 1 "Sils". Die Uraufführungen seiner Chorwerke und der meisten Orchesterstücke erfolgten durch das BBC Symphony Orchestra und die BBC Singers.

Aufführungen in Donaueschingen, Venedig, Paris, Luzern Zürich, an den Weltmusiktagen der IGNM trugen den Ruf von Delz in die Welt. Man darf ihn, den stets für neue Formen und Besetzungen offenen, vor allem am gedanklichen Durchdringen der Aufgaben eines Komponisten in der heutigen Zeit interessierten als eine der grössten Begabungen der jüngeren Komponistengeneration nennen.

 

Hermann Suter (1845-1924)

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HG-Schüler 18??-18??
Dirigent und Komponist, Leiter der AMG 1902-1926.
Suter wurde in Kaiserstuhl AG geboren. Sein Vater, Lehrer und Organist, schickte ihn nach Basel ins Humanistische Gymnasium. Später wurde er Schüler von Hans Huber und studierte in Stuttgart und Leipzig (Reinecke). Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde er 1902 bis zu seinem Tod 1926 musikalischer Leiter der Allgemeinen Musikgesellschaft AMG Basel. Er übernahm ebenfalls die Leitung des Gesangsvereins und der Liedertafel. 1918-1921 war er Nachfolger von H. Huber als Direktor des Konservatoriums. Bereits 1913 war er zum Ehrendoktor der Universität ernannt worden. Als Komponist hinterliess er ein nicht sehr umfangreiches Werk. Darunter stechen drei Streichquartette, Lieder, eine Sinfonie in d-moll 1913), das Violinkonzert A-dur, 1924, für den Geiger Adolf Busch) und Vokalwerke, darunter die damals üblichen Festspielmusiken hervor.

Seine weltweite Berühmtheit beruht auf dem grossen Chorwerk Le Laudi di San Francesco d'Assisi für Soli, Chor, Knabenchor (jahrelang bei Aufführungen in Basel die "Eliten des HG") und Orchester (1924).
Suters Tonsprache bleibt, ohne dass man ihn einen eigentlichen Spätromantiker nennen könnte, der Tradition verhaftet. Gerade als Dirigent zeigte er sich den damals modernen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen.
Le laudi di San Francesco d'Assisi (Cantico delle Creature)
Violinkonzert
Sinfonie

 

Heinrich Sutermeister (1910-1995)

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Sutermeister war einer der wenigen Schweizer, die sich zunächst fast ausschliesslich der Komposition widmeten. 1963-75 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule in Hannover. Seine Tonsprache galt als fortschrittlich, blieb aber jederzeit verständlich, da sie letztlich trotz vielen Modernismen von der Tonalität ausging. Seine Bühnenwerke wurden weltweit gespielt; noch 1985 fand in München eine vielbeachtete Uraufführung einer seiner Opern statt: Le Roi Bérenger.
Er war Schüler am Humanistischen Gymnasium 1921-1929, stammte aber aus Feuerthalen bei Schaffhausen. Nach dem Studium der Musikwissenschaft in Basel bewog ihn die Begegnung mit Arthur Honegger in Paris und der Rat des Baslers Walter Courvoisier in München, sich der Komposition zuzuwenden. Er studierte bei ihm in München. Seine wichtigsten Werke waren für die Bühne bestimmt. Hier griff er gerne auf grosse literarische Vorbilder zurück, wobei er häufig das Libretto selber verfasste.

Opern:
Die schwarze Spinne (nach Gotthelf)
Romeo und Julia, Die Zauberinsel (Shakespeare)
Titus Feder
Fuchs (nach Nestroy)
Madame Bovary (nach Flaubert)
Le Roi Bérenger (Ionesco)
Raskolnikoff (Dostojewski)

Konzerte:
Klavier- und Cellokonzerte, und
eine Reihe weiterer Werke.

 

Andrea Lorenzo Scartazzini (*1971 in Basel)

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HG-Schüler von 1982-1990, GM-Lehrer von 1998-2010. Studierte Germanistik und Italianistik an der Uni Basel sowie Komposition bei Rudolf Kelterborn (Basel) und Wolfgang Rihm (Karlsruhe). 1999/2000 war er für ein Studiensemster an der Royal Academy of Music in London.
Er erhielt mehrere Preise, darunter den Studienpreis der Ernst von Siemens Stiftung München, die Jakob Burckhardt-Auszeichnung der Goethe-Stiftung Basel sowie den Alexander Clavel-Preis Riehen.
Seine Stücke wurden an bedeutenden Festivals (u.a. Salzburger Osterfestspiele, Lucerne Festival) durch namhafte Ensembles und Orchester gespielt (u.a. Ensemble Intercontemporain, Ensemble Phoenix, Collegium Novum Zürich, Kammerorchester Basel, basel sinfonietta).
2004 war er composer in residence an der Uni Witten Herdecke, 2011 Gast im Swatch Art Peace Hotel in Shanghai. Zurzeit ist er Stipendiat am Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.
Seine erste Oper Wut wurde in 2006 in Erfurt uraufgeführt und 2010 in am Theater Bern nachgespielt. Die Uraufführung seiner Oper Der Sandmann fand im Oktober 2012 am Theater Basel statt.

 

Der Sandmann Zeitungsartikel BaZ 22.10.2012

Der Sandmann Zeitungsartikel NZZ 22.10.2012
 

 

Graf Yoster alias Lukas Ammann (*1912 in Basel)

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Lukas Ammann (Keystone)

Der gebürtige Basler besuchte ab 1933 (gleich nach der Matura am HG) die Schauspielschule in Berlin und stand zunächst in St.Gallen sowie am Schauspielhaus Zürich auf der Bühne. Er hatte seinen ersten Filmauftritt im Krimi Wachtmeister Studer nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Glauser. Seine grossen Erfolge verbuchte Ammann vor allem im deutschen Fernsehen.

Er spielte in einer Vielzahl Serien mit, wurde aber erst zwischen 1967 und 1977 mit der Titelrolle in der Kultserie Graf Yoster gibt sich die Ehre, wo er als adliger Krimiautor auf eigene Faust Verbrechen in der besseren Gesellschaft auflöste. Daneben spielte Lukas Ammann aber auch viele andere Rollen auf der Bühne im Kinofilm sowie im Fernsehen und wurde so eine bekannte Grösse.

Einen zweiten grossen Fernseherfolg landete Ammann Mitte der 90er mit der TV-Serie «Die Fallers», wo er Wilhelm Faller, das Familienoberhaupt einer Schwarzwälder Bauernfamilie, spielte.

Nachdem sich Ammann an seinen Wohnort im Münchner Künstlerviertel Schwabing zurückzog, übernahm er noch eine Gastrolle in einem Tatort und spielte 2005 seine bisher letzte Rolle, einen jüdischen Rabbi namens Goldstein in Micha Lewinskys preisgekröntem Kurzfilm «Herr Goldstein».