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Studienreise Sevilla und Cádiz 2026

Eine Woche zwischen Kultur, Churros, Flamenco und 25'000 Schritten

Montag, 21. September 2026

Sehr früh am Morgen standen wir am Euro Airport. Der Schlaf war zwar eher knapp bemessen, die Vorfreude dafür umso grösser. Und so starteten wir Richtung Südspanien mit dem festen Vorsatz, die nächsten Tage möglichst viel zu sehen. Dass dabei auch unsere Schrittzähler auf ihre Kosten kommen würden, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach der Ankunft in Sevilla ging es direkt zum Hostal, wo wir unser Gepäck deponierten. Dann begann auch schon unser Wochenprogramm: Durch die blumengeschmückten Gassen spazierten wir zur berühmten Tabakfabrik, die Mérimée zu seinem Werk Carmen inspirierte.

An der Plaza de España angekommen, waren wir erst einmal beeindruckt. Die Anlage war deutlich grösser, als sich die meisten von uns vorgestellt hatten. Besonders die wunderschönen «azulejos» zogen unsere Blicke auf sich. Dazu gab es sogar Flamenco live auf der Plaza. Sevilla lieferte also bereits am ersten Tag das volle Programm.

Anschliessend spazierten wir durch den Park María Luisa. Nur der Pabellón de Guatemala blieb uns verwehrt – vermutlich eine kluge Entscheidung Sevillas, damit wir am ersten Tag nicht bereits sämtliche Kilometerkontingente aufbrauchten.

Nach dem Einchecken im Hostal besuchten wir am Nachmittag den Real Alcázar, den ältesten noch in Betrieb befindlichen Königspalast Europas. Die maurischen Ursprünge der im 10. Jahrhundert erbauten Festung waren überall sichtbar und machten den Besuch besonders eindrucksvoll.

Am Abend ging es zum Guadalquivir und weiter in den Stadtteil Triana, wo ein feines Abendessen auf uns wartete. Danach kam die grosse Tagesabrechnung: 24'000 oder 25'000 Schritte? Eines war sicher: Für den ersten Tag hatten unsere Füsse bereits erstaunlich viel von Sevilla gesehen.

Dienstag, 22. September 2026

Zwar nicht mehr ganz so früh, aber dennoch früh genug, trafen wir uns zum Frühstück. Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Cádiz, der ältesten durchgehend bewohnten Stadt Westeuropas, gegründet vor rund 3'000 Jahren von den Phöniziern.

Doch bevor wir dort ankamen, stand in Jerez noch ein kulturell besonders wichtiger Programmpunkt an: Churros. Bei der 1923 gegründeten Churrería Manuel probierten wir die angeblich besten Churros Andalusiens. Ob sie tatsächlich die besten waren? Nach diesem Halt war die Motivation für die Weiterfahrt jedenfalls wiederhergestellt.

In Cádiz besuchten wir die Kathedrale Santa Cruz und stiegen auf einen ihrer Türme. Die Aussicht über die Altstadt und den Atlantik war wunderschön und entschädigte für den Aufstieg.

Anschliessend spazierten wir entlang des «Malecón» bis zum Strand. Die Uferpromenade „Malecón“ erinnert stark an Havanna – und das hat einen historischen Hintergrund: Im 17. und 18. Jahrhundert wurden in Havanna zahlreiche Gebäude nach dem Vorbild von Cádiz errichtet.

Die Ähnlichkeit war sogar für Hollywood überzeugend genug: Im James-Bond-Film «Stirb an einem anderen Tag» (2002) mit Pierce Brosnan diente Cádiz als Ersatz für Havanna.

Am späteren Nachmittag kehrten wir nach Sevilla zurück, wo wir in kleineren Gruppen zu Abend essen gingen.

Mittwoch, 23. September 2026

Nach zwei intensiven Tagen durften wir heute etwas später frühstücken. Um 9.00 Uhr ging es los Richtung Guadalquivir und zur «Triana-Brücke».

In Triana erfuhren wir mehr über die Burg San Jorge, die ab 1481 Hauptsitz und Gefängnis der spanischen Inquisition war. Auch der «Callejón de la Inquisición» ist noch erhalten. Ein Ort, bei dem man unweigerlich dachte: Gut, dass wir heute hier nur als Touristen unterwegs sind.

Auf dem Markt von Triana und im «Centro Cerámica» wurden Lebensmittel und Souvenirs gekauft. Danach führte uns der Weg zur «Real Maestranza» und weiter zur «Nao Victoria». Die Replik des berühmten Schiffes von Magallanes erinnert an die erste Weltumsegelung. Von den fünf Schiffen, die zur ersten Weltumsegelung aufbrachen, kehrte nur dieses eine nach Spanien zurück. Auf dem Boot konnten wir unser Wissen über Seilknoten in die Praxis umsetzen.

Weiter ging es zur Torre del Oro und danach zur Kathedrale. An der Decke des Eingangs hängt ein ausgestopftes Krokodil. Warum genau ein Krokodil? Das erfuhren wir natürlich durch eine kurze Einführung, aber der Anblick allein sorgte bereits beim Eintreten in den Orangenhof für Gesprächsstoff.

Danach erklommen wir die Giralda. Schnell wurde klar: Der ehemalige Minarett-Turm ist höher als der Turm der Kathedrale von Cádiz. Oben angekommen, war die Aussicht über Sevilla einfach wunderschön.

In der Kathedrale sahen wir unter anderem den grössten christlichen Altar der Welt den «Retablo Mayor», sowie das Kirchenfenster von Karl V. und das Grab von Christoph Kolumbus.

Nach so viel Geschichte und Kultur war zunächst individuelles Mittagessen angesagt. Um 15.00 Uhr trafen wir uns wieder, um gemeinsam zum «Museo del Flamenco» zu gehen.

Dort wartete eine Flamencotänzerin auf uns und brachte uns eine Choreografie zu einem Tango Flamenco bei. Bei ihr sah alles leicht und elegant aus. Die Koordination von Armen, Beinen und Rhythmus erwies sich als überraschend anspruchsvoll. Gelacht wurde jedenfalls viel, und am Schluss erhielten wir sogar ein Diplom. Damit war offiziell bestätigt: Wir können Flamenco. Zumindest auf Papier.

Zum Tagesabschluss ging es zu den «Setas», der riesigen pilzförmigen Holzkonstruktion im Zentrum Sevillas. Oben angekommen, begann gerade die Sonne unterzugehen. Das Farbenspiel über den Dächern der Stadt war faszinierend und wunderschön. Wir waren so beeindruckt, dass unzählige Fotos entstanden – schliesslich musste dieser Moment für die Nachwelt und die diversen Social-Media-Gruppen dokumentiert werden.

Donnerstag, 24. September 2026

Heute wurde es sportlich: Sevilla FC und Padel standen auf dem Programm.

Da Stadion und Padelplätze etwas ausserhalb des Zentrums liegen, waren wir heute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Bei 34 Grad Celsius als Gruppe auf einen Bus zu warten, ist dabei durchaus eine eigene Disziplin. Schattenplätze wurden mit einer Begeisterung gesucht, die man sonst eher von Strandferien kennt.

Beim Sevilla FC bekamen wir eine Führung. Der Guide sprach zwar ziemlich schnell, aber glücklicherweise konnten die Padel-Trainer später bei sprachlichen Notfällen mit Englisch aushelfen.

Nach diesem sportlichen Nachmittag waren wir froh, wieder ins Hostal zurückzukehren und uns im Schatten zu erholen. Danach standen Kofferpacken und letzte Souvenireinkäufe auf dem Programm. Denn bekanntlich ist der Koffer bei der Hinreise immer kleiner als bei der Rückreise – obwohl man eigentlich gar nichts gekauft hat. Oder zumindest fast nichts.

Freitag, 25. September 2026

Der Tag der Rückreise. Da wir am Morgen nicht viel Zeit hatten, nahmen wir unser Frühstück als Picnic mit. Mit Koffern und Taschen spazierten wir ein letztes Mal durch Sevillas Gassen zum Treffpunkt, wo bereits unser Busfahrer auf uns wartete.

Der Morgenverkehr hielt sich zum Glück zurück und so erreichten wir rechtzeitig den Flughafen Sevilla.

Fünf Tage voller Eindrücke lagen hinter uns: beeindruckende Bauwerke, Geschichte, Flamenco, Churros, Sport, Sonne, viel Bewegung und natürlich jede Menge gemeinsamer Momente und Lachen.

Adiós Sevilla, hasta luego Andalucía y ¡hasta la próxima!