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Studienreise Rom 2026 - Hebdomada nostra Romae
Dies Solis
Treffpunkt 5:55, alle noch leicht verschlafen, doch es lag eine enthusiastische Anspannung in der Luft. Die Zugfahrt, zuerst über den noch leeren Zürich HB und dann den klar nicht mehr leeren Milano Centrale, verlief einwandfrei und um 4 Uhr kamen wir schon in Roma Termini an. Direkt gingen wir weiter zum Hotel, danach gleich zum ersten Programmpunkt einer vollen Woche.
Dieser Programmpunkt war die Engelsburg, präsentiert von Elias Joos. Wir lernten über die vielen Funktionen der Anlage, von Mausoleum über Stadtbefestigung zu Fluchtort des Papstes, der vom Vatikan aus unterirdischem Zugang zur Burg hat.
Nach dieser Tour teilten wir uns in kleinere Gruppen auf und assen verteilt in der Stadt, müde vom langen Tag und voller Vorfreude auf das Bett und die bevorstehenden Tage.
Dies Lunae
Frohen Mutes machten wir uns um 8:30 auf den Weg. Der Tag begann mit der Piazza del Popolo, dann dem Marsfeld mit Ara Pacis, und schliesslich dem Pantheon, über welches Oliver Roth anschliessend sein Referat hielt, von der eindrücklichen Architektur, Funktion, Geschichte und den bemerkenswerten Gräbern des Gebäudes.
Gestärkt von römischer Pasta machten wir uns nach der Mittagspause auf den Weg zur Piazza di Venezia, wo wir den Bus in Richtung Katakomben bestiegen. Dort angekommen wurden wir von einer wunderbaren Reiseführerin durch das grösste Katakombensystem der Region geführt, von grossen, mit Fresken verzierten Familiengräbern zu winzigen Nischen im riesigen Labyrinth. Gleich anschliessend machten wir den kurzen Marsch zur Via Appia Antica, wo wir wie echte Römer der wunderbar erhaltenen Steinstrasse entlangspazieren konnten.
Nach der ewigen Wartezeit auf den Bus und der folgenden Fahrt zurück in die Stadt war unser Tagesprogramm schon zu Ende, die Wege teilten sich wieder.
Dies Martis
Mit Express-Bus fanden wir den Weg am Dienstagmorgen zurück zu der Piazza di Venezia, wo wir gleich die Treppen zum Kapitol erklommen. Von dort aus ging es weiter auf das Forum Romanum, wo uns eine Führung von Lena Kochs erwartete. Das einstige Zentrum des Imperiums hinterlässt auch nach Jahrhunderten einen gewaltigen Eindruck; hohe Säulen, Bögen, Resten von immensen Tempeln und raffinierten Wassersystemen sind hier ersichtlich. Weiter ging es mit dem Rundgang von Aline Bachmann über den Palatin. Der Ausblick über die Stadt mit dem Forum, dem Circus Maximus sowie die Ruinen von Hütten, Häusern und Privat-Stadien zeigten klar, wieso nach ihnen der Begriff Palast, von Palatin, entstanden ist.
Nach dem Essen erwartete uns der letzte fixe Programmpunkt des Tages, das Koloseum, vorgestellt von Anna Buser. “Panem et circensem” ist hier in voller Gewalt zu entdecken. Mit Rängen von Zuschauern jeder Art, unglaublichen architektonischen Meisterleistungen und sogar Seeschlachten zu bestauenen, war das Koloseum vielleicht der Inbegriff des Antiken Roms.
Nach diesen Spektakeln gestalteten wir den Nachmittag individuell, doch für das Abendessen trafen wir uns als Klasse bei der Mordstelle von Gaius Julius Cäsar, wo sich jetzt ein hübsches Restaurant befindet.
Dies Mercurii
Stramm ging es morgens auf, zuerst wieder mit Bus und dann über den Circus Maximus weiter zu den Caracalla-Thermen. Dort nahm uns Shainthavi Thirupathivasan auf eine Reise durch die Raststätte, von heissen über lauwarme bis hin zu kalten Becken, von Sportplätzen bis zu Bibliotheken.
Weiter ging es mit dem Regionalzug nach Ostia, wo wir zuerst, inspiriert durch die Thermen, rasteten und Mittag assen, bevor Madlen Hiltbrand uns die einstige Hafenstadt – sie ist jetzt, wegen Umformungen der Region durch den Tiber, Kilometer von der Küste entfernt – vorstellte. Durch seine Rolle als Meereszugang Roms wurde Ostia zu einem wirtschaftlichen Knotenpunkt der Region.
Später gingen wir dann zum tatsächlichen Strand, bei Lido, wo wir für ein paar Stunden bleiben konnten. Danach wurde die Reise zurück angetreten, der Abend zur freien Verfügung.
Dies Iovi
Frühe Stund hat Gold im Mund, oder so dachten wir. Schon um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg zu den Vatikanischen Museen, Frau Felder hatte sich schon viele Stunden früher in die Schlange gestellt. Doch nach langen Minuten des Bangens kam der Schlag: Heute kamen wir nicht mehr rein!
Der Plan musste also geändert werden. Wir konnten für die Museen am folgenden Tag, 8:00, Tickets noch reservieren, und Gott sei Dank: Wir hatten für dieses Zeitfenster noch keinen Programmpunkt.
Camille Bringel konnte seinen Vortrag aber trotzdem schon an diesem Tag halten, er erzählte von der langen Geschichte des Museums und sprach Empfehlungen für Werke und Attraktionen im Museum aus, die wir unbedingt anschauen sollten.
Direkt darauf schloss Valeria Joseph die Reihe von Vorträgen ab; sie berichtete über den Petersdom, den wir später am Tag auch noch von innen sehen konnten. In ihrem Referat erzählte sie von der Rolle des Heiligtums, von dem Erbauen und der langen Geschichte der wohl bekanntesten Kirche des Katholizismus.
Wann wir den Petersdom besichtigen wollten, wurde uns überlassen, so stand ein guter Teil unseres letzten Tages auch wieder offen zu individueller Gestaltung.
Dies Veneris
Second Time’s a charm, wir kamen schnurstracks in die Museen. Dort liefen wir frei herum, natürlich geleitet durch Camilles Ratschläge. Leider mussten wir nach gut 1.5 Stunden schon wieder gehen, der Zug wartete. Abgesehen von einer Doppelbuchung im zweiten Zug lief alles so weit wunderbar, pünktlich trafen wir um 19:20 in Basel SBB ein.
Die Woche bot eine grossartige Gelegenheit, die Monumente zu besichtigen und die Strassen zu begehen, die wir bereits seit über 2 Jahren im Klassenzimmer besprochen haben.
Vielen Dank an alle, die dies ermöglicht haben!