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Studienreise 2025

Reisebericht

Als wir uns alle vorbereiteten und die Koffer packten, wussten wir noch nicht, wie unerwartet sich unsere Reise wenden würde. Am Abend vor der Abreise ereilte uns eine erschütternde Nachricht: Unsere Griechisch-Lehrperson, Frau Stoevesandt, hatte einen Notfall und konnte uns nicht begleiten. Alle gerieten in grösste Panik, alle Lehrerinnen und Lehrer wurden spontan gefragt, ob sie einspringen könnten, nur damit die Reise nicht abgesagt werden musste. Glücklicherweise meldete sich Herr Abarca, der uns trotz der kurzfristigen Anfrage begleiten wollte. Erleichtert kamen wir also früh am Morgen alle beim SBB an und begannen die Reise.

Sonntag, 21.09.

Unser Flug kam pünktlich in Griechenland an. Der Bus wartete bereits, um uns abzuholen, alles schien nach Plan zu laufen. Schon als wir dachten, dass nun alles gut gehen würde, sassen alle gemütlich im Bus, plauderten und spielten Spiele. Für den ersten Tag schien es gut zu laufen. Doch dann geschah schon die nächste unglückliche Wendung: Herr Abarca hatte den falschen Koffer dabei. Wir mussten die halbe Stunde, die wir bereits im Bus verbracht hatten, wieder zurückfahren und nochmals von vorne beginnen.

Unsere Reise startete also im völligen Chaos. Die Energie war komplett aufgebraucht, und wir hatten nicht genug Zeit, um das Kloster Hosios Lukas zu besuchen, was alle sehr bedauerten.

Bei einer Raststätte, an der die Hälfte von uns schlafend im Bus blieb, während die andere Hälfte versuchte, ihre Nerven mit Yoga am Strassenrand zu beruhigen, wurde Wallace von einem Hund attackiert, kam aber zum Glück heil davon. Dann ging es auch schon weiter, alle waren müde und hungrig. Dank unseres grossartigen Busfahrers Lefteris, der für uns ein Restaurant reservieren konnte, das er empfahl, ging der Tag schliesslich doch noch gut weiter.

Endlich kamen wir im sehr gemütlichen Akropolis Hotel an und assen gemeinsam im Restaurant in Delphi. Wir waren nicht allein, sondern umgeben von süssen (und weniger süssen, dafür sehr hungrigen) Katzen, die wir natürlich mit ein bisschen Essen fütterten. Obwohl Wallace allergisch war, teilte sie grosszügig, wurde dann jedoch gekratzt, was den Stresspegel von Frau Eggimann wieder steigen liess. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Wallace Frau Eggimann in ein halbes Koma versetzte.

Nachdem wir gut gegessen hatten, kam auch noch ein Mann am Tisch vorbei und sagte: «After dinner is party time», während er uns einen Flyer für eine Happy Hour präsentierte, unwissend, dass die Hälfte von uns minderjährig war und gar nicht trinken durfte. Frau Eggimann zog diese Flyer nach kurzer Musterung sofort ein. Trotzdem hoben diese kleinen Begegnungen die Stimmung nach dem anstrengenden Tag.

Als Gruppe Jugendlicher machten wir noch einen gemütlichen Abendspaziergang, streichelten Katzen und – ganz typisch für Griechisch-Schüler – betrachteten lieber alte Steine und Statuen, als irgendeine Happy-Hour-Party zu besuchen.

Montag, 22.09

Nachdem ich noch halb verschlafen zu den anderen gestossen war, die bereits gefrühstückt hatten, kauften wir zunächst Wasser. Etwas, dass wir alle dringend benötigten, nachdem ich mich beinahe am stark nach Chlor riechenden Leitungswasser des Hotels vergiftet hatte. Glücklicherweise erwies sich mein Körper als erstaunlich widerstandsfähig gegenüber solchen Zwischenfällen.

Gemeinsam fuhren wir anschliessend nach Delphi. Dort mussten wir jedoch eine Weile warten, da das Museumspersonal uns nur zögerlich kostenlosen Eintritt gewähren wollte. Mehrere E-Mails mussten verschickt werden, während sich Sophie nervös auf ihre bevorstehende Präsentation vorbereitete. Nach diesem bürokratisch anstrengenden Prozess erhielten alle Minderjährigen schliesslich freien Eintritt, und wir konnten endlich das antike Heiligtum von Delphi betreten.

Die eindrucksvolle Anlage überwältigte uns alle. Wir wollten so viel wie möglich aufnehmen und versuchten fasziniert, die Inschriften auf den alten Steinen zu entziffern. Immer wieder riefen wir einander aufgeregt herbei, sobald jemand eine Bedeutung erkannt hatte. Ein Fach wie Altgriechisch erscheint im Schulalltag oft theoretisch und wenig greifbar, doch hier, am authentischen Ort des Geschehens, konnten wir unser Wissen erstmals in der Praxis anwenden. Sophie hielt ihren Vortrag zu Delphi, sehr seriös, auch unter erschwerten Bedingungen von anderen Menschen und Wespen. Nach diesem super Vortrag gingen wir noch ins Museum, um weitere Ausgrabungs-Funde zu bewundern.

Wir fuhren weiter mit dem neu getauften Bus, der nach Alexanders Pferd Bukephalos benannt wurde, über das wir zuvor einen Text übersetzt hatten. Liebevoll nannten wir ihn „Buki“. Nach einer von Musik begleiteten Fahrt, die die Zeit etwas schneller vergehen liess, kamen wir in Olympia an. Die Suche nach einem Restaurant gestaltete sich schwieriger als erwartet. Wir fanden keines, in dem wir hätten reservieren wollen, also entschieden wir uns spontan für ein Lokal. Unsere Erfahrung mit Olympia als Stadt war jedoch nicht die beste. Wir hatten das Gefühl, dass sie nicht besonders touristenfreundlich war, und das Restaurant schickte uns hinaus, sobald es geschlossen hatte. Das war zwar verständlich, hinterliess aber dennoch ein etwas unangenehmes Gefühl.

Nach einem kurzen Abendspaziergang, bei dem wir die kleinen Läden betrachteten, in denen interessante Dinge verkauft wurden, kehrten wir ins Hotel zurück, wo uns Frau Eggimann empfing. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bevor wir schliesslich schlafen gingen.

Dienstag, 23.09.

Nach einem stärkenden Frühstück machten wir uns in Sportkleidung auf den Weg nach Olympia. Die Eintrittskarten konnten wir diesmal einfacher und kostenlos erhalten als beim letzten Besuch. Wie gewohnt war eine Führung im Inneren jedoch nicht möglich, weshalb wir beschlossen, zunächst das Gelände eigenständig zu erkunden und anschliessend die beiden Vorträge zu halten.

Die beeindruckenden Säulen des antiken Olympia waren teilweise noch erstaunlich gut erhalten, auch wenn viele von ihnen umgestürzt oder zerbrochen waren. Dennoch konnte man sich gut vorstellen, welch eindrucksvoller Anblick sich den Besuchern in der Antike geboten haben muss. Besonders faszinierend war eines der am besten erhaltene Bauwerke, die sogenannte Villa Neros, die sich der römische Kaiser dort errichten liess. Mehr über Neros Faszination für die olympischen Spiele erfuhren wir anschliessend in Caspars Vortrag.

Nachdem wir uns so lange mit der Theorie beschäftigt hatten, war es nun an der Zeit, Olympia selbst zu erleben. Wir stellten uns an der steinernen Startlinie auf, und sobald eine freundliche, begeisterte Touristin den Start ankündigte, liefen wir los. Lefteris startete sofort durch, und er und Caspar lieferten sich ein spannendes Wettrennen. Annika und Sophie folgten dicht dahinter, während der Rest der Gruppe etwas später das Ziel erreichte. Völlig erschöpft fielen wir anschliessend zu Boden, Wallace hat natürlich, obwohl sie Asthma hat, kein Asthmaspray dabei, wie so auch? Frau Eggimann fande das nicht so lustig, aber Wallace konnte sich gut erholen ohne Spray.

Frau Eggimann hatte es geschickt vermieden, an der sportlichen Betätigung teilzunehmen, und beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Nach dem Rennen versammelten wir uns, um Fotos zu machen und unsere kleinen Siege festzuhalten. Dabei entstanden einige wahre Meisterwerke.

Nach dieser Anstrengung gönnten wir uns schliesslich eine wohlverdiente Pause und etwas zu essen. Anschliessend an das schnelle Picknick, hörten wir Caspars und Gülnurs Vorträge zu Olympia. Nach den sehr lehrreichen Vorträgen gingen wir zusammen in das Museum, um die eindrücklichen archäologischen Funde selbst zu sehen. Wir konnten dabei individuell die Ausstellung anschauen. Dabei wird Annika von einer kleinen Jungen Mami genannt und Wallace schlägt sich ihr Knie an und fällt zu Boden, so hatten wir mal wieder einen sehr unterhaltsamen Tag mit vielen Eindrücken und gingen unterhalten weiter, mit Buki und Karaoke, nach Nafplio.

Mittwoch, 24.09.

Das Frühstück im Hotel in Nafplio war grossartig. Wir konnten draussen an der frischen Luft mit Blick auf das Meer das griechische Joghurt geniessen, während Gülnur sich wunderte, warum wir so geringe Ansprüche hätten und meinte, man könne das doch einfach selbst machen. Ich, noch halb im Bett, musste ihr jedoch die schockierende Wahrheit offenbaren, dass viele Menschen das schlichtweg zu aufwendig finden oder schlicht zu faul dafür sind.

Anschliessend fuhren wir mit dem Bus nach Epidauros und hörten unterwegs Musicals, natürlich um uns auf das Theater einzustimmen. Lefteris war davon weniger begeistert als von den 80er-Hits, die wir beim letzten Mal abgespielt hatten. Am Ziel angekommen, konnten wir wieder problemlos und mit freiem Eintritt das Gelände betreten. Dort verliebte ich mich sofort in einen streunenden Hund, den ich während Sonjas Vortrag ununterbrochen streichelte. Sonja hielt ihren Vortrag zu Asklepios und seinem Kult direkt vor dem Museum. Welchen sie meisterte und auch noch eine spannende Art und Weise wählte, uns diese Welt von damals näher zu bringen, indem sie uns in eine Gedankenreise einspannte.

Danach ging es wieder ins Museum, in dem wir noch ein paar der damaligen Artefakte anschauen konnten. Die Medizinischen Werkzeuge sahen jedoch eher fragwürdig aus – aber muss nicht schön aussehen, muss wirken!

Wir kamen am Theater an, es war eines der imposantesten Dinge, die wir anschauten:  Reihen und Reihen an Sitzen und alles archetektonisch aufgebaut für die bestmögliche Akustik. Wir versuchten dann, in der Mitte des Theaters den Dialog vorzutragen, was leider schnell unterbrochen wurde, weil wir dafür eine Genehmigung bräuchten. Wir waren natürlich enttäuscht, machten aber das Beste daraus und beschlossen, die Dialoge oben beim Theater vorzutragen, was dann auch gut funktionierte. 

Nach den Oscar-würdigen Performances gingen wir nochmal in die Mitte des Theaters, um wenigstens ein Gruppenfoto mit Dramatik zu haben.  

Am Schluss gingen wir noch zu den Ausgrabungsstätten des Asklepios-Kults. Leider war das nicht so spannend, vieles war nicht gut erhalten und es gab im Allgemeinen wenig Abwechslung. Also entschlossen wir uns, zurückzufahren und danach einen freien Badenachmittag im Meer zu machen.

Nach einer kurzen Stärkung im Hotelrestaurant ging es schon zum Strand, welcher einigermassen abgegrenzt war, aber schön sonnig, und das Wasser war angenehm. Alle hatten viel Freude, nach der Gehirnarbeit auch mal einfach Griechenland zu geniessen. Gülnur liess ihr Buch am Strand, Annika und Sophie sonnten sich, und Wallace, Sonja, Caspar, Nora, Madeleine und ich waren die meiste Zeit am Schwimmen und die Felsen am Beklettern. Das war eigentlich nur ich und später Wallace, um ein paar Fotos im Meerjungfrauenstil zu bekommen. Ich wurde dann bei der unvorsichtigen Erkundung der Felsen von einem Seeigel gestochen. Wir merken langsam, wer die Problemkinder sind. Mich hat es nicht viel besorgt, ganz im Gegenteil zu Frau Eggimann, welche sogleich drei verschiedene Ärzte kontaktierte und losging, um ein Erste-Hilfe-Set aus dem Hotel zu holen, mit dem sie die Wunde verarztete. Mein Bein ist aber noch dran, und bis zum Ende der Reise sah man gar nichts mehr von dem Stich.

Nach dem langen Nachmittag entschieden wir uns alle, einfach mal duschen zu gehen, uns dann fertigzumachen und spontan nach einem Restaurant zu suchen. Man merkt jetzt, glaube ich, auch, dass das nicht gut kommen wird. Wir machten erst einmal einen Orientierungslauf durch Nafplio, um einen Platz mit Restaurants zu finden, wobei wir uns dann schnell für das erstmögliche entschieden, da wir alle Hunger hatten. Wir fingen an, kleinere Witze darüber zu machen, was man am Restaurant kritisieren könnte, aber der Witz war dann schnell nicht mehr so lustig, als wir unser Essen bekamen. Die Spaghetti waren wässerig und schmeckten nach Chlor, die Pizzas waren Tiefkühlpizzas, die verbrannt waren. Sie hatten super Feta-Käse, der mit Honig überbacken war, und ihr Gyros war auch gut, aber das war nur ein kleiner Trost nach der Enttäuschung. Wir gingen danach noch gemeinsam ein Eis essen, um uns wieder aufzumuntern. Wallace wurde dabei auch schon wieder von einer Katze attackiert, und Frau Eggimann war kurz davor, uns beide im Hotel einzusperren, damit wir uns nicht weiter in Gefahr bringen. Wir gingen dann noch ein bisschen am Meer spazieren und danach zurück zum Hotel.

Donnerstag, 25.09.

Wir standen früh auf und fuhren los, nach Mykene. Wallace hat ihren Vortrag schön bei einer Bank gehalten vor Mykene, aber nachdem wir schon gratis hereingekommen sind.

Nun war Wallace an der Reihe mit ihrem Vortrag zu Mykene, welchen sie mit Müh und Not verfasste, weil ihre Bücher zurückgerufen wurden. Der Vortrag war wie zu erwarten richtig gut, obwohl Wallace vorhin immer noch mal betonte, wie unvorbereitet sie wäre. Die Aussicht hat uns allen den Atem verschlagen, und das nicht nur wegen des Aufstieges nach oben. Mykene hatte nicht sehr viel erhalten, aber das, was noch da war, war eindrücklich, das Tor und die Schatzhäuser. Wir liefen (oder in meinem Fall: stolperten) über die kleinen Steine und den unebenen Boden. Wir erkundeten alles selbst, das sehr mysteriöse Stein-„Tor“, welches Treppen hinunterführte, um dann mehr Treppen zu sehen. Wir waren trotzdem beeindruckt, auch wenn wir uns mehr erhofft hatten. Das Museum war superschön, es hatte viele Vasen und alte Artefakte, welche viel über die damalige Kultur erzählten.

Eine der letzten Autofahrten zum Glück, wir alle hatten genug davon, im Bus zu sitzen. Wir machten das Beste daraus mit Roadtrip-Musik und Snacks.

Wir kamen endlich in Athen an und waren sehr erstaunt über das Hotel, wir konnten nicht glauben, dass es unseres war, weil es so schön war. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten und sich die Zimmer im ersten und zweiten Stock beschwert haben darüber, dass ich und Caspar im vierten Stock sein konnten und sogar einen grossen Balkon hatten, gingen wir Athen unsicher machen, liefen durch die viel beschäftigten Strassen und gingen shoppen. Danach gingen wir essen, es war ein sehr schönes Restaurant, auch wenn die Auswahl an Vegi-Gerichten karg war, es gab eigentlich nur Pommes oder Tomaten als Auswahl. Nachdem Annika noch ein Getränk nachbestellt hatte, hatte das Personal genug von uns. Nach dem sehr knoblauchigen Knoblauchdip ohne Dip und den Pommes gingen wir noch ein Eis holen und nachher gingen wir noch weiter die Stadt erkunden, während einige schon zurück ins Hotel gingen. So auch Wallace, die dann leider gezwungen war, in der Präsenz der Lehrer zu sein und einen alkoholfreien Mojito-Drink spendiert zu kriegen, während diese die Abrechnung von heute machten, eine sehr schlimme Erfahrung für sie. Dann stiessen wir auch dazu und sassen noch gemeinsam in der «Roof Top-Bar» mit Aussicht auf die Akropolis, die wir morgen besuchen würden.

Es kam dann auch zu Situationen, bei denen man klar sehen kann, dass wir Schlafmangel hatten, weil es den grössten Lachflash gab, nachdem der Lift sofort wieder nach oben kam und die Leute, die noch warteten, die anderen wiedersahen. War, glaube ich, auch nur lustig nach dem langen Tag, den wir hatten. Also gingen wir alle schlafen.

Freitag, 26.09.

Das Frühstück war wie erwartet wieder supergut. Nach dem Frühstück versammelten wie uns in der Lobby im Stuhlkreis, damit wir die Vorträge hier in Ruhe anhören konnten. So begann Madeleine mit ihrer ausführlichen Berichterstattung zum Bau und der Geschichte der Akropolis von Athen, gefolgt von Annika, die sich auf die Statuen, Fresken und Giebel fokussierte, die in dem Museum aufbewahrt sind.

Nach den beiden Vorträgen besuchten wir die Akropolis und das dazugehörige Museum. Dort mussten wir, wie erwartet, noch eine Weile warten, um die Tickets für alle Minderjährigen gratis zu bekommen. Alle über Achtzehnjährigen mussten wie meistens zahlen. Doch wir bekamen ein früheres Ticket und konnten deshalb die Warteschlange überspringen und direkt hineingehen.

Die Akropolis war noch eindrücklicher als gedacht. Dieses riesige Meisterwerk der Antike hat uns alle in Staunen versetzt. Bei jeder kleinsten griechischen Inschrift wurde versucht, sie zu entziffern, und es wurden viele Fotos gemacht, auch wenn es sehr windig war, was die Haare auf den Bildern dynamisch wirken liess.

Bevor wir ins Museum gingen, hatten wir eine Stunde individuelle Mittagspause, in der wir uns Falafel und Gyros holten, die grossartig schmeckten. Gestärkt machten wir uns dann um 14:00 Uhr auf den Weg zum Museum. Vor dem Eingang gab Frau Eggimann noch einen Input zur Geschichte des Museums und erklärte, dass es gebaut wurde, um die Schätze von den Briten zurückzubekommen – was bis heute noch nicht vollständig gelungen ist.

Wir gaben unsere Taschen ab und mussten zustimmen, sie nur gemeinsam wieder abzuholen, wie mehrfach betont wurde. Alle kamen problemlos hinein, ausser Nora, die ihr Ticket im Rucksack abgegeben hatte. Dadurch musste sie entgegen der Regel allein zurückgehen, um ihn zu holen. Danach konnten wir jedoch alle gemeinsam die Ausstellungsstücke besichtigen. Besonders ins Auge fiel uns die Statue des Sauromates II., eines Königs, der uns alle in seinen Bann zog. Daneben wirkte die Büste eines Priesters eher unscheinbar. Erst nachdem wir ein wunderschönes Foto gemacht hatten, merkten wir, dass das Fotografieren dort gar nicht erlaubt war.

Wir schauten uns anschliessend einen sehr guten Erklär-Film über die Zerstörung und die Geschichte der Akropolis an. Nach dem Museumsbesuch waren wir alle ziemlich erschöpft, weshalb die Besichtigung der Agora freiwillig war. Nur Wallace fühlte sich noch fit genug, um mit den Lehrpersonen dorthin zu gehen. Das sorgte später für einige Fragen, warum die Lehrer nur mit einer Schülerin unterwegs waren und was mit den anderen passiert sei. Die Lehrer und die Sch mussten ausserdem alle den vollen Eintrittspreis zahlen.

Da wir nun genug von der griechischen Küche hatten, gingen wir in ein kleineres asiatisches Restaurant. Dort assen wir hervorragend, auch die Vegetarier hatten eine grössere Auswahl, und wir tranken Bubble Tea. Danach gingen wir noch in eine Rooftop-Bar und genossen den Abend gemeinsam.

Samstag, 27.09.

 

Am Morgen waren wir früh unterwegs nach Ägina. Alle waren übermüdet und mussten in die U-Bahn, in der jemand versuchte, Kontakt mit den Aliens aufzunehmen, und Herr Abarka belästigt wurde. Wir hatten uns dann auch mehrmals über alles Mögliche beschwert, zum Beispiel, dass es zuerst zu heiss und dann zu kalt war. Gülnur schlief im Stehen und bewegte sich keinen Millimeter, während ich mich an der Stange festklammerte und trotzdem umherstolperte. Wir fuhren mit dem Schnellboot zur Insel, während auf dem Fernseher eine Doku lief, in der ein Alpha-Mann die «Wildnis» erkundete, in der die «Wilden» lebte. Endlich befreit von dieser Folter kamen wir auf Ägina an. Dort warteten wir auf den Bus und gingen währenddessen auf einen kleinen Spielplatz. Wir wurden jedoch schnell von der Schaukel verbannt – von einem Vater, der die ganze Zeit sowieso nur auf sein Handy geschaut hatte. Ich nehme das bis heute noch persönlich.

Im Bus musste Wallace von Frau Eggimann und mir überzeugt werden, auch ihren Gurt anzuziehen – was sehr nötig war, da der Bus sich in den Kurven stark neigte und uns allen den Appetit verdarb. Das Museum war nicht so spannend, vor allem, weil uns der Input fehlte, und so auch der Aphaia-Tempel, der zwar sehr schön war, aber nach allem, was wir schon gesehen hatten, nicht mehr ganz so eindrücklich wirkte.

Nun hatten wir uns alle einigermassen von der Busfahrt erholt und ordentlich Hunger. Nach einer kleinen Wanderung hinunter zum Strand konnten wir in einem Restaurant gut essen – Gyros und Pommes, die uns stärkten, während Gülnur wieder erklärte, wie einfach man griechisches Essen selbst machen könne. Diesmal ging es um Tzatziki, und ich würde das bestimmt noch ausprobieren. Nun konnten wir entweder an den Strand oder in die Stadt. Alle gingen an den Strand, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. An allen anderen Tagen war es heiss gewesen, ausser als wir endlich zum Strand kamen – da war es bewölkt, kälter und windig. Das hielt uns jedoch nicht auf, und vor allem Wallace war die ganze Zeit am Schwimmen. Sie ging sogar bis zur Boje weit draussen, was die Lehrer wieder einmal in Aufruhr versetzte.

Nach diesem Abenteuer rannten wir zum Bus und dann zurück aufs Speedboot – diesmal ohne rassistische Doku.

Im Hotel konnten wir uns kurz duschen und fertig machen, dann gingen wir sofort hungrig in das mexikanische Restaurant, das ich ausgesucht hatte. Wir mussten zwar an drei Tischen sitzen, aber sobald wir das Essen hatten, war es das wert. Danach durften wir noch in der Stadt spazieren gehen und schrieben anschliessend die Karten für die Lehrer, die wir ihnen am nächsten Tag als Dankeschön geben wollten. Das war allerdings ein Krampf, besonders weil eine Lehrerin Deutsch unterrichtete und wir altgriechische Grammatik besser konnten als die deutsche. Übermüdet schrieben wir weniger poetische Karten und gingen dann alle schlafen.

Sonntag, 28.09.

Alle mussten früh aufstehen und waren total übermüdet, aber wir hatten heute noch den letzten Vortrag vor uns, gehalten von Nora in der Hotel-Lobby, die über Ausstellungsstücke des Nationalmuseums sprach.

Nach dem ausführlichen Vortrag machten wir uns auf den Weg zum Nationalmuseum, nur um dort mit einer riesigen Schlange konfrontiert zu werden. Wir hatten nicht mitbekommen, dass an dem Tag alle mit freiem Eintritt hineinkommen durften. Nun hatten wir nicht mehr so viel Zeit vor dem Flug und versuchten deswegen zu fragen, ob man uns noch ein bisschen früher reinlassen könnte, was sie jedoch nicht machen konnten. Wir wurden daraufhin auch von beiden Gruppen hinter und vor uns beschuldigt, dass wir warten müssten, somit kamen wir endlich nach 45 Minuten Wartezeit hinein.

Wir, besser gesagt Wallace, wurden von einer Führerin weniger höflich darauf hingewiesen, dass sie doch bitte keine Fakten erzählen solle.

Nach dem sehr eindrücklichen Museum, in dem vor allem die mykenischen Schätze uns beeindruckten, wurden wir von einem sehr eleganten Bus abgeholt, auf dem «Limo VIP» stand, und zum Flughafen gebracht. Dort fanden wir heraus, dass unser Flug 30 Minuten Verspätung hatte, also gingen wir schon zum Gate. Nun hatte er schon 50 Minuten Verspätung. Bis wir abflogen, wurden es eine Stunde und 30 Minuten, aber endlich waren wir in der Luft.

Fast alle von uns sassen in der Emergency-Seat-Row, also bekamen wir eine separate Instruktion dafür. Als jemand, der Flugangst hat, war das nicht sehr beruhigend. Der Pilot hat die Stimmung jedoch mit seinen lustigen Kommentaren gehoben. Wir alle versuchten, ein bisschen Schlaf zu kriegen, bevor wir in Zürich ankamen. Dort mussten wir sehr lange auf unsere Koffer warten, während Frau Eggimann hektisch zum SBB-Schalter rannte. Unser nächstes Problem war, dass wir nun keinen Zug mehr hatten, da das Ticket nicht übertragbar war, also wieder einmal sehr chaotisch.

Wir rannten dann mit Herrn Abarka zu dem SBB-Schalter und den Gleisen, wo wir Frau Eggimann wiederfanden und mit ihr auf den Zug eilten.

Endlich, nach langer Zugreise, waren wir wieder in Basel. Das Wetter war kalt, unsere Glieder schwer vor Anstrengung, und wir schleppten die schweren Koffer, gefüllt mit Olivenöl, Statuen und Mitbringseln aus den Touristenläden, nach Hause. Diese Reise war für uns alle ein wahnsinnig tolles Erlebnis, und auch wenn so gut wie nichts nach Plan ging, war es eine gelungene Reise, die wir jederzeit noch einmal so machen würden.